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Klares Votum gegen Windkraft-Verbot in der Kernzone des Naturparks Saar-Hunsrück

Klares Votum gegen Windkraft-Verbot in der Kernzone des Naturparks Saar-Hunsrück

In der Kernzone des Naturparks Saar-Hunsrück soll die Errichtung von Windrädern nicht tabu sein. Die Mitglieder des Trägervereins für den Naturpark Saar-Hunsrück haben am Mittwochabend in Kell (Kreis Trier-Saarburg) mit überwältigender Mehrheit einen überraschenden und außerplanmäßigen Vorstoß des Schillinger Ortsbürgermeisters Markus Franzen (CDU) abgelehnt.

Franzen hatte in der Mitgliederversammlung den Antrag gestellt, ein Signal an die rheinland-pfälzische Landesregierung zu setzen und sie aufzufordern, in der Naturparkverordnung den Bau von Anlagen in der Kernzone zu verbieten. Allerdings schlossen sich von mehr als 50 anwesenden Mitgliedern nur noch zwei Franzens Antrag an. Alle anderen stimmten dagegen. Der Vorsitzende des Naturparkvereins, der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald, hatte zuvor betont, dass nach seiner Auffassung "Naturschutz und die erneuerbaren Energien nicht gegeneinander ausgespielt werden sollten". Im Naturpark sind nur in dessen rheinland-pfälzischen Teil Kernzonen ausgewiesen. Im Saarland gibt es keine Naturpark-Kernzonen.

Ein weiterer Schwerpunkt bei den Beratungen des Trägervereins war die Frage, wie der Naturpark Saar-Hunsrück vom künftigen Nationalpark Hunsrück-Hochwald profitieren kann. Der länderübergreifende Nationalpark, der ab Pfingsten 2015 auf insgesamt 10000 Hektar im Staatswald entsteht, wird in das viel größere Gebiet (200000 Hektar) des seit 1980 bestehenden Naturparks eingebettet sein. Ziel einer engen Kooperation zwischen Naturpark und Nationalpark sollte ein "funktonales Schutzgebietsystem" und die Bildung einer gemeinsamen Dachmarke sein. Der Arbeitstitel dafür lautet "Nationale Naturlandschaften". Damit wird eine gemeinsame Vermarktung und Öffentlichkeitsarbeit angestrebt. Unter anderem soll es ein gemeinsames Log und einen gemeinsamen Veranstaltungskalender für Nationalpark und Naturpark geben. Die Mitglieder des Trägervereins stimmten für die Bildung eines Arbeitsausschusses, der Strategien für die Zusammenarbeit und Projekte - zum Beispiel im Bereich der Umweltbildung - vorbereiten soll. Der Naturpark Saar-Hunsrück erstreckt sich über die sieben Landkreise Bernkastel-Wittlich, Trier-Saarburg, Birkenfeld, St. Wendel, Merzig-Wadern, Saarlouis und Neunkirchen. Es gibt in Hermeskeil, wo auch der Vereinssitz ist, und Weiskirchen zwei Informationszentren.