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Klares Wasser aus 40 Metern Tiefe

Klares Wasser aus 40 Metern Tiefe

Mit einem weiteren Tiefbrunnen soll Kollesleuken in Zukunft die Hauptquelle für die Saarburger Wasserversorgung werden. Wo der ideale Standort für den Brunnen ist, wird in diesem Jahr geklärt. Außerdem investieren die VG-Werke in die Instandsetzung von Hochbehältern, in neue Wasserleitungen und in die Sanierung von Kläranlagen.

Saarburg/Freudenburg. Er soll das Wasser, das in vierzig Metern Tiefe schlummert, nach oben holen: der Tiefbrunnen, den die Verbandsgemeindewerke (VG-Werke) im Freudenburger Ortsteil Kollesleuken bauen wollen. Dort sind bereits drei Brunnen vorhanden.
"Wir wollen langfristig Kollesleuken als Hauptstandort für die Wasserversorgung einrichten", sagt Otmar Löw, der Leiter der VG-Werke Saarburg. "Das Wasserreservoir bei Kollesleuken hat ein Einzugsgebiet von 50 Quadratkilometern."
Es ist das Hauptreservoir für die VG Saarburg. Bisher bekommen die Orte aus dem Versorgungsbereich I Wasser aus Kollesleuken. Zu diesem gehören die Stadt Saarburg, Ockfen, Irsch, Serrig, Taben-Rodt, Freudenburg, Kastel-Staadt und Trassem.
Laut einem Gutachten kann das Trinkwasservorkommen in Kollesleuken die ganze VG Saarburg versorgen. Ein Ingenieurbüro hat errechnet, dass das Wasser in diesem Gebiet in nur 40 Metern Tiefe zu finden ist. Normalerweise liegt die entsprechende Buntsandsteinschicht 300 bis 400 Meter tief.
Der vierte Tiefbrunnen in Kollesleuken wird etwa 100 Meter vom Leukbach entfernt liegen. So ist ausgeschlossen, dass im Falle eines Unfalls, bei dem beispielsweise Kraftstoff ins Leukwasser gelangen könnte, dieser auch ins Trinkwasser sickert. "Da besteht keine Gefahr", sagt Löw.
Bevor der Brunnen gebaut wird, sollen Probebohrungen gemacht werden. Das Genehmigungsverfahren dafür läuft. Löw schätzt, dass im Sommer gebohrt werden kann. 200 000 Euro sind dafür eingeplant. Eigentlich war das schon für 2011 vorgesehen. Der Ausbau der Ortsdurchfahrt von Kollesleuken, der etwa ein Jahr dauerte, musste allerdings erst abgeschlossen werden. "Die Versuchsbohrungen sind notwendig, um den besten und ergiebigsten Standort für den Brunnen festlegen zu können", erklärt Löw.
In der Regel seien zwei Versuchsbohrungen notwendig. Sollte sich nach der ersten Bohrung herausstellen, dass der perfekte Standort schon gefunden ist, wird auf Versuch Nummer zwei verzichtet. Der eigentliche Brunnenbau erfolgt dann erst 2013 oder 2014. Mittel- und langfristig ist laut Löw auch geplant, eine Aufbereitungsanlage und einen Hochbehälter in Kollesleuken zu bauen.
Bereits Mitte des Monats wird sich vor Ort etwas tun. Ein altes Bauernhaus wird abgerissen. Die Werke haben das unbewohnte Haus gekauft, weil es im Wasserschutzgebiet liegt. Die anderen Häuser in diesem Gebiet haben allerdings Bestandsschutz.
Auch weil langfristig mit Kollesleuken geplant wird, konzentrieren sich die Werke bei der Sanierung des Hochbehälters Kocherath auf das Wesentliche. Der Hochbehälter wird von vier Quellen in unmittelbarer Nähe gespeist. Er stammt aus den 1930er Jahren und muss daher dringend saniert werden. Die Werke schätzen, dass die Sanierung 30 000 Euro kostet.
Extra

Folgendes steht für den Bereich Wasserwerk im Wirtschaftsplan: Erneuerung der Hauptleitung in der Graf-Siegfried-Straße (vierter Bauabschnitt) und am Fruchtmarkt (Kreisverkehrbau), Pumpstation Friedensaue-Bottelter, Wasseranschlüsse Thrasoltstraße (alle in Saarburg). Insgesamt sind Ausgaben von 727 500 Euro im Bereich des Wasserwerks vorgesehen. Wobei die 200 000 Euro für die Ortsdurchfahrt Freudenburg, die im Plan sind, nun 2012 nicht ausgegeben werden, da der Ausbau verschoben wurde. Größter Posten im Abwasserwerk ist die Sanierung der Gruppenkläranlagen Saarburg, Palzem und Wincheringen mit fast 900 000 Euro (der TV berichtete). Außerdem sollen Pumpwerke saniert werden. Für den Fruchtmarktumbau werden Regenüberlaufbecken umgebaut. jkaExtra

Das Wasserwerk Saarburg hat neben den Entnahmestellen in Kollesleuken noch weitere Quellen und Brunnen. In Saarburg: Sauerwiese (zwei Quellen), Kocherath (vier Quellen), Kastel-Staadt (Pinschbach, zwei Quellen), Trassem (Kehrbach, zwei Quellen). Brunnen gibt es darüber hinaus in Taben und in Irsch. Der Versorgungsbereich II (Saargau inklusive Saarburg-Kahren, Palzem, Ayl, Schoden) wird über die Wasserversorgung Saar-Obermosel (WSO) bedient. WSO-Quellen sind das Wawerner Bruch und das Albachtal bei Wasserliesch (beides VG Konz). jka