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Klassische Symphonie und wummernde Bässe

Klassische Symphonie und wummernde Bässe

55 Musiker haben am Samstagabend vor 750 Zuhörern groß aufgespielt. Die Stadtkapelle Hermeskeil überzeugte ihr Publikum in der Hochwaldhalle mit einem auffallend rockigen und modernen Jahreskonzert.

Hermeskeil. Applaus ist des Künstlers schönster Lohn. Und davon gab es am Samstagabend in der Hochwaldhalle reichlich für die etwa 55 Musiker der Stadtkapelle Hermeskeil.
Das Publikum honorierte damit die Leistung des Orchesters beim diesjährigen Jahreskonzert. Das von Gerhard Piroth dirigierte Ensemble bewies dabei erneut seine Vielseitigkeit.
Stücke von Star Wars bis Bap


Auf einen symphonischen Einstieg mit Pauken und wenigen klassischen Stücken folgte ein moderner zweiter Teil.
Die kriegerisch mit Star Wars einsteigenden Musiker leiteten fröhlich und romantisch über zum rockigen Finale. Wummernde Bässe kündeten ausgewählte Rock Classics an. Darunter "Smoke on the water" von Deep Purple, Satisfaction (Rolling Stones), Eye oft the tiger (Survivor-Filmmusik Rocky 3) oder Verdamp lang her (Bap).
Quittiert wurde die etwas andere Orchestermusik mit frenetischem Applaus des begeistert jubelnden Publikums.
Ungewöhnlich waren auch die Solodarbietungen. Schlagzeuger und Keyboarder Leo Ries kehrte mit einem Akkordeon-Zauber zurück zu seinen Wurzeln als Musikschüler von Rudi Buhr.
Trompeterin Judith Piroth beeindruckte erneut als Sängerin. Ihr Run, der von Peter Werner Mocha für Big Bands arrangierte Ohrwurm von Leona Lewis, ging unter die Haut.
Als ähnlich mitreißend erwiesen sich die Zugaben. Die Stadtkapelle gab dabei ein Medley von Udo-Jürgens-Liedern und den Marsch der Medici zum Besten. Damit kamen erneut alle etwa 750 Besucher im Saal auf ihre Kosten, womit sich ein Wunsch der gekonnt durchs Programm führenden Klara-Marie Becker erfüllte.
Sie warb nebenbei um Nachwuchsmusiker jeden Alters. Interessierte können sich an Christopher Weber, Telefon 0151/75074427, wenden oder spontan zu den Proben in der Grundschul-Turnhalle, mittwochs 18 bis 20 Uhr, vorbeischauen.
Deutlich länger dauerte die Generalprobe für das aktuelle, anspruchsvolle Programm. So verriet Dirigent Piroth, dass die Musiker noch abends zuvor bis nachts halb eins probten. Ein weiterer "Neuer" wirkte hinter den Kulissen als Licht- und Tontechniker: Gymnasiast Jonathan Boullion (16), der schon beim Kulturherbst mitmischte. Sein alleinverantwortliches Debüt meisterte er laut Hallenwart Klaus-Dieter Schmitt mit Bravour.
Viel Lob von den Besuchern


Besucher Martin Schmitt, Hermeskeil, sah schon in der Pause seine Erwartungen bei weitem getoppt: "Das ist fantastisch, wirklich toll." Er sei einige Jahre nicht dabei gewesen und überrascht vom Können der teils ja noch sehr jungen Musiker.
Wunderbar fand Katharina Sand, Stammbesucherin aus Damflos, das Konzert. Es sei gut, auch mal seltener gespielte Stücke zu hören. Sie und ihr Mann sind seit Jahren bei den Konzerten, bei denen auch ihr Sohn mitspielt, dabei.
Stadtbürgermeister Mathias Queck, selbst Posaunist, sprach von einem schönen Konzert und lobte den erfreulicherweise erneut guten Besuch: "Da sieht man: Die Hermeskeiler stehen hinter ihrer Stadtkapelle."
Damit das so bleibt, hatte er seinen sechsjährigen Sohn mitgebracht: "Um den Altersschnitt in der ersten Reihe zu senken", erklärte Queck schmunzelnd. Pressewartin Sophie Schäfer freute sich über die vielen jüngeren Leute im Publikum, was sie auf das modern-rockige Programm zurückführt.Extra

Die nächsten Auftritte von Musikern der Hermeskeiler Stadtkapelle und ihrer Jugendkapelle sind anlässlich des Weihnachtsmarktes am dritten Advents-Wochenende. Am Freitag, 12. Dezember, spielt die Jugendkapelle um 17 Uhr im Stadtpark auf. Tags darauf (13. Dezember) lädt ein Weihnachtskonzert in die katholische Kirche ein. Und wiederum einen Tag später, Sonntag, 14. Dezember, spielt die Stadtkapelle um 12 Uhr auf dem Markt. urs