Klause bleibt geschlossen: Unwetterschäden an Kastel-Staadter Sehenswürdigkeit werden beseitigt

Klause bleibt geschlossen: Unwetterschäden an Kastel-Staadter Sehenswürdigkeit werden beseitigt

Die Klause in Kastel-Staadt ist aktuell für Besucher gesperrt. Nach einem Unwetter Anfang Juni müssen unterspülte Treppenstufen und Wege am beliebten Ausflugsziel wieder hergerichtet werden.

Unwetter im Juni hatten zur Folge, dass die Klause (siehe Extra) in Kastel-Staadt für Besucher gesperrt werden musste. Matthias Weber, Pressesprecher der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE), teilt auf Nachfrage des TV mit, "dass aus Gründen der Verkehrssicherheit das Denkmal für Besucher" derzeit seit dem 5. Juni geschlossen ist.

Kurzfristige Info über Sperrung

Treppenstufen seien teilweise vom Regen unterspült worden. Bis zu zwei Drittel der Wege auf dem Gelände müssten wiederhergestellt werden. Laut Prognose des beauftragten Unternehmens sollen die Arbeiten auf dem Gelände des Kulturdenkmals bis Mitte August abgeschlossen sein. "Wir werden die Öffentlichkeit über die Wiedereröffnung informieren", verspricht Weber weiter.

Über eine rechtzeitige Information, dass die Klause geschlossen ist, hätte sich Peter Greif gefreut. Der Winzer aus Tawern hatte kürzlich seine Kunden zu einer Weinpräsentation in Kastel-Staadt eingeladen. "Wir wollten ursprünglich das Denkmal besichtigen", sagt Greif. Erst drei Tage vor der Veranstaltung sei er informiert worden, dass die geplante Führung durch das Gelände wegen der Sperrung nicht möglich sei. Kurzfristig konnte er zwar für seine Gäste noch ein Ersatzprogramm auf die Beine stellen, gleichwohl hätte es ihm besser gefallen, wenn er rechtzeitig über die Sperrung der Klause für die Öffentlichkeit informiert worden wäre. Im Jahr 2015 haben sich laut Weber rund 6000 Besucher die Klause zwischen März und November angeschaut, davon kamen knapp die Hälfte in den Sommermonaten. Allerdings seien diese Zahlen nicht repräsentativ, da das Denkmal mehrere Monate wegen Arbeiten auf dem Gelände gesperrt war, sagt Weber.

Auch sei die Klause nur schwer zu erreichen gewesen, da die Zufahrtsstraße wegen der nun abgeschlossenen und bereits zwei Mal gefeierten Sanierung (der TV berichtete) nicht befahrbar war. Zuvor seien bis zu 8000 Besucher jährlich zur Klause gekommen. Klimadiagramme zeigen, dass es in Kastel-Staadt viel regnet, auch in den Sommermonaten. Das 30-jährige Mittel ergibt für den Monat Juni rund 70 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. In diesem Jahr dürften die Werte darüber liegen.

So wurde beispielsweise laut dem Wetterarchiv des Wetterdaten-Dienstleisters Meteoblue für den 2. Juni ein Wert von 18 Litern pro Quadratmeter ermittelt. Zwei Tage später regnete es noch mal sechs Liter pro Quadratmeter.
Extra Geschichte

Die Klause Kastel ist ein ursprünglich von frommen Einsiedlern in den Sandsteinfels gehauenes Refugium oberhalb des Orts Kastel-Staadt. Die Einsiedler haben dort abgeschieden gelebt. Die Klause geht auf das 13. Jahrhundert und die Zeit der Kreuzzüge zurück. Damals wurden zwei Kammern in den Sandstein gehauen. Anfang des 17. Jahrhunderts haben Franziskaner auf dem Gelände eine zweigeschossige Kapelle errichtet. Nach der Besetzung des Kurfürstentums Trier durch das französische Revolutionsheer 1794 verfiel der Sakralbau.
Als der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm IV. die Klause geschenkt bekam, wurde sie wieder instand gesetzt. Sein Hofarchitekt Karl Friedrich Schinkel baute sie 1834/35 zur Grabkapelle für König Johann von Böhmen (1296 bis 1346) um. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden dessen Gebeine nach in die Kathedrale von Luxemburg umgebettet. Der Bau der Anlage ist nicht nur Zeugnis der romantischen Veranlagung des Kronprinzen, sondern auch ein Machtsignal dafür, dass die Preußen 1815 die Luxemburger als Herrscher in den Rheinlanden abgelöst hatten. itz

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