Klein, aber mit gutem Klang

KONZ-FILZEN/HAMM. Die beiden Dörfer, die verwaltungstechnisch eine Einheit bilden, gehören zu den kleinsten Stadtteilen von Konz.

Was aber nicht unbedingt einen Aufschluss über den Bekanntheitsgrad geben muss. Denn sogar im fernen Japan hat zumindest die Weinbaugemeinde Filzen einen guten Klang. Denn der Weinbaupräsident des Anbaugebietes Mosel-Saar-Ruwer, Adolf Schmitt, ist einer von fünf Haupterwerbswinzern in der Gemeinde und in seiner Eigenschaft als Weinwerber für das Anbaugebiet überaus aktiv im Land der aufgehenden Sonne. So fügt es sich, dass im vergangenen Jahr ein japanischer Chor Station in dem kleinen Dorf an der Saar gemacht hat. Dem guten Klang wurde an diesem Abend im November auch gefrönt. "Der Männergesangverein hatte eigens ein japanisches Lied einstudiert", erinnert sich Ortsvorsteher Johann Permesang. Drei Gewerbebetriebe

Die beiden Dörfer in Zahlen: Filzen hat 310 Einwohner, Hamm 129. Drei Gewerbebetriebe verzeichnet die Doppelgemeinde: Bauwerksabdichtung, Fahrradhandel mit Werkstatt sowie eine Heizungsfirma. Zentrale Anlaufstelle in Filzen ist die Gaststätte "Casino". Veranstaltungen, wie die Marienkirmes im Juli, das Fischerfest Ende August oder das Viezfest, finden auf dem schmucken Dorfplatz unter alten Linden statt. Der Dorfplatz ist ein gutes Beispiel dafür, dass in kleinen Gemeinden Basisdemokratie hervorragend funktionieren kann. Als der Ortsbeirat vor der Frage stand, ob die alte Schule in ein Bürgerhaus umgebaut werden soll oder nicht, veranstaltete die Gemeinde ein kleines Fest mit Weinstand und einem "Tag der offenen Schule". "Jeder Bürger konnte ankreuzen, ob er für einen Umbau ist. Fast alle haben für den Abriss gestimmt", erzählt der Ortsvorsteher. In Ermangelung eines Lebensmittelgeschäftes werden die beiden Dörfer rollend mit frischen Backwaren, Fleisch und Wurst, Obst und Gemüse sowie Tiefkühlkost versorgt. Der Personennahverkehr offeriere leider nur ein "mäßiges" Angebot; Kindergarten und Schule werden in Konz-Zentral angeboten. Sieben Vereine zählt die Gemeinde: Kirchenchor, Männergesangverein, Mandolinenfreunde 1996, Katholische Frauengemeinschaft, Angelsportverein, Freiwillige Feuerwehr und die Fußballer des SV Filzen-Hamm. "Da liegen Sie richtig", antwortet Permesang auf die Frage, ob eine kleine Gemeinde wie Filzen/Hamm bei der Verteilung städtische Mittel etwas mehr Geduld aufbringen muss als größere Stadtteile. "Ewig" habe es gedauert, bis der Ballfangzaum am Sportplatz seine Dienste aufnehmen konnte. Weil die finanziellen Mittel fehlten, sei die Einsegnungskapelle auf dem Hammer Friedhof zurückgestellt worden. "Dafür haben wir Verständnis, aber irgendwann muss sie gemacht werden. Das ist kein Luxus", meint der Ortsvorsteher. Auch nicht die wenigen Projekte, die in Zukunft anstehen: Neugestaltung des Ortseingangs Filzen, Versammlungsraum am Sportplatz Hamm und eine generelle Ortsverschönerung. Hauptprojekt in den vergangenen Jahren war das Neubaugebiet "Im Krangels" mit 17 Baustellen als Abrundung der Ortslage. Seit 1995 wurde daran geplant; nun sind die ersten Häuslebauer damit beschäftigt, ihre Eigenheime hochzuziehen. Zwar gebe es noch Flächen am Ortsrand, aber auf absehbare Zeit sei weitere Baulanderschließung nicht vorgesehen. "Nach Übernachtungsmöglichkeiten fragen unsere Besucher", beschreibt Permesang ein künftiges Aufgabenfeld. Für die Ankurbelung des Tourismus wünschte er sich die Wiederbelebung einer Stätte, die nicht nur im Konzer Raum in guter Erinnerung ist. "Es wäre schon schön, wenn die Hammer Fähre wieder als gastronomischer Betrieb zur Verfügung stünde." Mehr als "Hammer Fähre wieder geöffnet" müsste nicht in der Zeitung stehen, und die Gäste kämen in Scharen. Am Montag berichten wir in unserer Serie "Kreis - ganz nah" über den Kinder- und Jugendförderkreis Roscheid.

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