Kleines Dorf mit großen Plänen

HEDDERT. Einer der wenigen Orte in der Verbandsgemeinde Kell am See, der noch finanzielle Rücklagen besitzt, ist das 283-Einwohner-Dorf Heddert. Getreu dem Motto von Ortsbürgermeister Josef Wagner "Stillstand ist Rückschritt" ist das Leben in der Hochwaldgemeinde immer nach vorne ausgerichtet.

Auf der Landstraße 143 von Schillingen nach Trier gelangt man einen Kilometer hinter Schillingen in den Hochwaldort Heddert, der in den vergangenen beiden Jahrzehnten einen optischen Aufschwung erfahren hat. Auf 490 Hektar, davon 284 Hektar Wald, erstreckt sich der Ort und hält nicht nur optisch Kontakt zum Nachbarort Schillingen, mit dem er einige Gemeinsamkeiten hat. So müssen die Hedderter nach Schillingen zur Messe fahren, und auch das Vereinsleben gestalten die beiden Orte zum Teil gemeinsam. Besonders bei der Gestaltung der Seniorenfreizeiten sind beide Gemeinden im Wechsel aktiv. Heddert selbst besitzt eine Freiwillige Feuerwehr, eine Jugendfeuerwehr mit Jugendlichen im Alter von zehn bis 15 Jahren, einen Heimatverein, eine Aerobic- und eine Jugendgruppe. Die Not- und Katastrophenhilfe, die Heddert gemeinsam mit Schöndorf bildet, ist weit über die Grenzen des Ortes hinaus bekannt. In regelmäßigen Abständen unternimmt diese Institution Transporte von Hilfsgütern nach Petrosani in Rumänien (der TV berichtete mehrfach). Trotz der Kooperation mit Schillingen ist Heddert eine autonome Gemeinde mit allem, was zum Dorfleben gehört. Auffällig ist die Laurentius-Kapelle im Dorfmittelpunkt, die 1801 als einfacher Schieferbruchsteinbau errichtet wurde. Das 200. Jubiläum der Kapelle wurde 2001 groß gefeiert, wobei das gesamte Dorf auf den Beinen war und der Turm unter dem Beifall der Bevölkerung den renovierten Kirchenhahn erhielt. Gegenüber der Kapelle stehen das Feuerwehrgerätehaus und daneben das Gemeindehaus "Haus Helena", das Platz für zirka 90 Gäste bietet und zu verschiedenen Anlässen gemietet werden kann. Jugendraum und Konferenzraum vervollständigen das Angebot des Bürgerhauses in der Ortsmitte. Etwa zwei Kilometer entfernt liegt das DPSG-Diözesanzentrum "Haus Jägen", ein Selbstversorgungshaus mit 30 Schlafplätzen, das von Pfadfindern und Jugendgruppen gemietet wird. Drei Brunnen sind im Ort verteilt und sorgen für eine gemütliche Atmosphäre. Vier Wegekreuze im Ort und auf den Gemarkungen erinnern an menschliche Schicksale, und das Neugretskapellchen am Ortsausgang in Richtung Hinzenburg wird von einer Hedderter Familie und dem Heimatverein gepflegt. Mitten durch den Ort fließt der Neugretsbach, auch Kapellenbach genannt. Zwei Gewerbebetriebe und eine Gaststätte sind in dem kleinen Ort angesiedelt. Im Nachbarort können die Hedderter Lebensmittel einkaufen. Auch die rollenden Läden, die in regelmäßigen Abständen in den Ort kommen, bieten Lebensmittel an. Haupt- Arbeitgeber ist die Firma Krupp-Thyssen in Mandern-Niederkell, und auch in Trier arbeiten viele Bürger. Viel soll in Zukunft in Heddert geschehen, sagt Ortsbürgermeister Wagner. Die Projekte der Zukunft sind: der Bau von Wirtschaftswegen, die Erhaltung der gemeindeeigenen Einrichtungen wie Spiel- und Bolzplatz, der zahlreichen Wander- und Radwege und des Wochenendhausgebiets sowie die Ausweisung des geplanten Neubaugebiets. Auch ein Angebot für Senioren haben die Hedderter parat. Gemeinsam mit Schillingen und den Vereinen beider Gemeinden veranstalten sie Seniorenausflüge und bunte Nachmittage.

Mehr von Volksfreund