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Klimawandel: Förster erschrocken über Zustand des Waldes in Konz

Waldwirtschaft : Förster erschrocken über Zustand des Waldes in Konz

Viele Bäume sind nach den drei Hitzesommern von 2018 bis 2020 krank und von Borkenkäfern befallen. Wie fatal sich dadurch der Wald entwickelt, macht der Konzer Revierförster sehr deutlich.

Martin Bee ist seit vielen Jahren als Förster zuständig für den Konzer Stadtwald und die Wälder in den Stadtteilen. So besorgt wie jetzt war er aber noch nie. Sein Bericht bei der Vorstellung des Forsthaushalts in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses der Stadt Konz zeichnet ein düsteres Bild vom Zustand der Bäume in der Saar-Mosel-Stadt.  

„Jeder, der mit offenen Augen durch die Wälder geht, sieht: Der Wald ist krank, der leidet“, sagt Bee. Die Fichte habe besonders unter dem Borkenkäfer gelitten. Allein in Oberemmel seien in den vergangenen Jahren 70 Hektar Fichtenbestand weggefallen. Insgesamt sagt Bee: „Die Fichte ist verschwunden.“ Auch die Douglasie und die Kiefer seien nach den drei extrem trockenen Sommern von 2018 bis 2020 massiv betroffen. Der Ahorn sei abgestorben, selbst Eichen vertrockneten.

Welche Folgen hat der schlechte Zustand des Waldes?

Als „besonders besorgniserregend“ bezeichnet Bee den Zustand vieler Buchen im Konzer Wald. Die Buche sei die „Mutter des Waldes“, aber nach den drei Hitzesommern von einer komplexen Erkrankung dermaßen betroffen, dass das Holz nur noch bedingt zu verwerten sei.

Auch die Verkehrssicherheit an Forstwegen und Straßen werde dadurch beeinträchtigt. Laut Bee wird die Buche binnen Monaten trocken. Dann sei zunächst schwarzer Schleimfluss am Stamm zu erkennen. Später platze die Rinde im Bereich der Krone ab. „Diese Bäume können jederzeit von jetzt auf gleich abbrechen und zu Boden stürzen“, beschreibt er die Situation. Das führe zu einer großen Gefahr. Das Forstamt schon entferne deshalb schon seit längerer Zeit Buchen, die entlang der Wege und Wanderwege wachsen. Besonders massiv sei davon der Wiltinger Wald nahe der Grillhütte betroffen.  Dort seien 180-jährige Buchen zu sehen, deren holz faul, schwarz, brüchig und nur schwer zu verkaufen sei.

Wieso der viele Regen von 2021 keine Entwarnung geben

Die ergiebigen Niederschläge 2021 sorgen aus Sicht des Försters für gefüllte Vorräte. Er geht trotzdem davon aus, dass es wieder zu extrem trockenen Sommern kommt.

Das Forstamt setzt auf Aufforstung, um die Waldschäden zu kompensieren. Unter anderem werden laut Bee  Winterlinden, Atlaszedern und Weißtannen gepflanzt – zum Beispiel auf den 70 Hektar in Oberemmel, wo früher Fichten standen. Auch die „natürliche Verjüngung der Wälder“ soll gegen das Absterben helfen. „Die Hoffnung ist, dass die jungen Bäume lernen, mit den geänderten klimatischen Bedingungen umzugehen“, sagt Bee.

In Zahlen hat der Konzer Wald 2021 einen kleinen Überschuss von 1463 Euro eingefahren. Geerntet wurden laut Bee insgesamt 2950 Festmeter Holz. 2450 Festmeter davon stammen aus Schadholz, also Bäumen, die ohnehin abgestorben wären. „Das Holz wurde bei wieder steigenden Preisen zu guten Preisen verkauft“, sagt Bee. 2022 erwartet er laut Forstwirtschaftsplan Einnahmen  202.000 Euro und Ausgaben von 191.000 Euro, so dass unterm Strich rund 11.000 Euro übrig blieben.