Klingende Kassen und warme Waffeln

KLÜSSERATH. Basarflair in der Mittelstraße in Klüsserath: 40 Standbetreiber sorgten in dem Moselort für ein reichhaltiges Angebot. Die meisten Besucher zückten das Portmonee und ließen sich die Leckerein von Waffeln bis Zwiebelkuchen schmecken.

Zäh fließt der Waffelteig auf das heiße Eisen. Das Naschwerk mit und ohne Kirschen und Sahne von Manfred Kirsch aus Mitlosheim ist sehr gefragt. Er ist einer der 40 Standbetreiber, die die Mittelstraße in Klüsserath für sieben Stunden in einen bunten Herbstmarkt verwandeln. Der Waffelbäcker ist zum ersten Mal in dem Moselort und plant, nächstes Jahr wieder zu kommen. Auch die Veranstalter, Michael Bremisch, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Marktkaufleute, und Richard Scholer, Vorsitzender des Gewerbevereins Klüsserath, freuen sich über die Resonanz. Und: "Augenscheinlich sind die Besucher sehr zufrieden", sagt Bremisch beim Blick auf die Menschen, die sich an den Ständen vorbeischlängeln. Grußkarten und Fleece-Pullover

Grußkarten, bräunende ägyptische Erde und jede Menge wärmende Fleece-Pullover, karierte und unifarbene, werden zum Kauf angeboten. Küchenutensilien, die die Hausarbeit erleichtern sollen, von unverwüstlichen Messern bis hin zu mühelos reinigenden Bürsten - alles ist zu haben. Der "Schuh-Kalli" alias Karl-Heinz Ketzler aus Pirmasens lässt sich hin und wieder sogar auf einen Handel ein. "Weil es das letzte Paar dieses Modells ist", senkt er den Preis um ein paar Euro. Das feilschende Ehepaar greift zu und setzt seinen Weg gut gelaunt mit dem Schnäppchen fort. Schuh-Kalli ist in seinem Element und im Stress. "Das Geschäft läuft sehr gut. Das Moselflair hat was. Sehr nette Menschen und keine ,Dummquatscher' sind hier", sagt er - schon mit Blick auf den wartenden Kunden. Weniger glücklich ist Nikolaus Tzoukmanis aus Kaiserslautern. "Auf dem kleinsten Markt verkaufe ich Schmuck. Nur hier habe ich bisher nur einen einzigen Ring verkauft", schimpft er. Thea Maderts hat ihr Hof- und Geschenkelädchen etwas abseits der Mittelstraße geöffnet. Viele Besucher machen einen "Abstecher" dorthin. "Der Markt ist für mich eine gute Gelegenheit, unsere Produkte aus der eigenen Brennerei und dem Weingut sowie Dekorationsartikel aus Keramik und Aquarelle vorzustellen", sagt die Lädchen-Besitzerin. Zudem bietet sie ein besonderes zeitgemäßes Bonbon: Die Besucher können sich im Wintergarten Federweißen und Zwiebelkuchen schmecken lassen. Und weil Heiner Hastenrath aus Pronsfeld ein "Unruheständler" ist, begleitet er die Feiertagsausflügler mit seiner Drehorgelmusik. "Ich tingele von Markt zu Markt und spiele dort Drehorgel. Damit habe ich mir einen Traum erfüllt." Und während "... schon der Gedanke an dich…" aus dem Leierkasten durch die Mittelstraße hallt, erfüllt sich manch ein Käufer einen kleinen Traum an einem der Neuwarenstände.