Klingender Glaube in St. Nikolaus

Konz · Der Jubelchor hat sich zum großen Geburtstag mit dem Vokalkreis verstärkt. Gemeinsam mit einem Bläserquartett und vor allem der großen Orgel von St. Nikolaus wurden die Werke von César Franck und Camille Saint-Saens unter dem Pyramidendach des Gotteshauses zu einem starken Klangerlebnis.

Konz. Aus der Stille heraus erstrahlt die Orgel von St. Nikolaus, raumgreifend unter der Pyramidenkuppel des Gotteshauses. So empfanden die fast 400 Zuhörer den Beginn des Festkonzertes zum 225. Geburtstag des Kirchenchores dieser Pfarrei. "Chorgesang ist ein Beitrag zur Verkündigung der Frohen Botschaft. Die Sänger sind deren Überbringer", begrüßte Vorsitzender Michael Ames das Publikum.
Das Bläserquartett mit den Trompetern Marco Wagner und Stefan Neisius sowie die beiden Posaunisten, Florian Weber und Benedikt Weidert, rahmten die Orgel ein, für die der Chorleiter, Professor Karl Ludwig Kreutz, seinen Kollegen Professor Alfred Müller-Kranich gewonnen hatte. Mit Giovanni Gabrieli (1554-1612) und seinem Werk Canzona secunda in B stimmten die Bläser auf den Abend ein.
Erster Höhepunkt war der Psalm 150 von César Franck (1822-1890) mit allen 38 Sängern und Musikern.
Diese Auftragskomposition war für die Einweihung einer Orgel in einer Pariser Kirche geschrieben worden und, so Kreutz: "Ich finde, da klingt auch ein bisschen Paris durch."
Der Konzer Chorleiter setzte sich für ein Stück von Alexandre Guilmant (1837-1911) selbst an die Orgel und scharte dazu die Bläser um sich. Für den Höhepunkt des Abends, die Messe Opus 4 von Camille Saint-Saens (1835-1921) traten die Orgel und das große Ensemble, das diesem Instrument gegenüberstand, wieder musikalisch ins Zwiegespräch.
Der außergewöhnliche Klang, bedingt durch die Pyramidenform des Gotteshauses, vermeidet allzu großen Nachhall und ließ auch die Stimmen der Solisten, Daniela Lorenz (Sopran), Tamara Friedrich (Alt) und Dr. Ingo Zerbe (Tenor) sehr authentisch klingen. Dirigent Kreutz übernahm dazu den Bass-Part.
Der Dirigent hielt die Wirkung dieser Musik noch einige Sekunden aufrecht, bis er den Taktstock weglegte und sich das Publikum mit stehendem Applaus bedankte. Als Zugabe wurde César Francks Psalm 150 noch einmal gesungen.
"Ich bin froh, dass wir solch einen Chor haben, der sich bei diesem Niveau vor niemandem zu verstecken braucht", fand Pastor Georg Dehn nach dem Konzert. "Kirchenmusik ist Lobpreisung Gottes. Dafür sind wir da", schloss Kreutz den Konzertabend.