Knallharte Trauben

151 Grad Öchsle Fruchtzuckergehalt weist das Mostgewicht des Elbling-Eisweins aus, den Otto Bamberg und seine Helfer in der Nacht zu Dienstag im Oberbilliger Hirtengarten gelesen haben.

Oberbillig. (api) Die Risikobereitschaft von Winzer Otto Bamberg aus Oberbillig hat sich ausgezahlt: In der Nacht auf Dienstag ist er zusammen mit zehn tapferen Helfern in die Lage Oberbilliger Hirtengarten ausgerückt und hat bei rund Minus 9,5 Grad den Elbling-Eiswein gelesen. Fünf Stunden lang standen sie im Wingert. "Vorher waren die Trauben noch nicht knallhart gefroren", erläutert Bamberg den Zeitpunkt. Das sei ihm noch zu heikel gewesen.

Doch in dieser Nacht hat alles gepasst. Es musste schnell gehen. Noch gefroren gelangten die Trauben in die Presse. Most für rund 200 Liter Elbling-Eiswein mit einem Fruchtzuckergehalt von 151 Grad Öchsle sind das Ergebnis. "Das ist sehr gut", sagt Bamberg stolz. Ab 150 Grad Öchsle bewege man sich im Bereich der Trockenbeerenauslese.

Der Elbling-Eiswein stellt unter Winzern im Vergleich zum Riesling-Eiswein eine noch größere Ausnahme dar. "Das liegt daran, dass die Elbling-Trauben wesentlich früher reif sind", erklärt Bamberg. Viel zeitiger purzeln da die Beeren von den Rebstöcken oder fallen den Vögeln und der Fäule zum Opfer. Jedes Jahr lässt Bamberg eine Parzelle für den Eiswein stehen. Und dieses Jahr hat sich das Pokern um die gefrorenen Trauben gelohnt.

Zuletzt gelang Bamberg die Eiswein-Lese kurz vor Weihnachten 2004. Damals wies der Fruchtzuckergehalt einen Wert von 172 Grad Öchsle aus. "Rekordverdächtig" war damals das Urteil vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum.

Jetzt freut sich Bamberg über seinen Elbling-Eiswein des Jahrgangs 2008. Wer weiß schon, wann es den nächsten geben wird.

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