Knauserigkeit löst Stolz ab

Als die Hochwaldhalle der Öffentlichkeit präsentiert wurde, platzten die politischen Entscheidungsträger vor Stolz. Eine tolle, großartige, fantastische Halle habe man erhalten, jeder Cent sei optimal angelegt, die zusätzlichen Kosten von 650 000 Euro seien ein Beitrag zur Lebensqualität und Freizeitkultur im Hochwald.

Doch wenn es darum geht, über die Kosten dieses architektonischen Wunderwerks zu sprechen, weicht der Stolz der Knauserigkeit. Es ist absolut klar, dass die Stadt Hermeskeil von dieser Halle wesentlich mehr profitiert als Naurath/Wald, Gusenburg oder Beuren. Dennoch würden einige Mitglieder des Stadtrats am liebsten jeden einzelnen Euro, den sie jetzt für die Bewirtschaftung und Unterhaltung der Halle ausgeben müssen, zweimal umdrehen. Diese Diskussion ist eine Farce ­ insbesondere dann, wenn man sich an die euphorischen Lobgesänge erinnert, die vor zwei Jahren durch den Hochwald schallten. So geht es nicht. Diese Haltung ist unsolidarisch und inkonsequent. Die Stadt hat mit der Hochwaldhalle ein hervorragendes Geschäft gemacht und sollte jetzt nicht als Pfennigfuchser auftreten. Sie hat es bisher nicht geschafft, auf regelmäßiger Basis interessante Veranstaltungen in die Hochwaldhalle zu bringen und damit ein großes Publikum zu erreichen und zu unterhalten. Kulturherbst und Stadtwoche allein reichen nicht aus. Aus dieser organisatorischen Trägheit auch noch einen finanziellen Vorteil machen zu wollen, geht zu weit. Gerade die Events, die von der Verbandsgemeinde in die Halle gebracht wurden, haben viele Zuschauer angelockt. Das Argument "Was die Verbandsgemeinde veranstaltet, muss sie auch bezahlen" ist lächerlich und gegenstandslos. j.pistorius@volksfreund.de

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