Koblenzer Straße bleibt zwei Jahre gesperrt

Hermeskeil · Dieses 3,34-Millionen-Euro-Projekt wird ohne Zweifel eine harte Belastungsprobe für Tausende Autofahrer und viele Anlieger: In Hermeskeil wird ab 1. September der Ausbau der Koblenzer Straße (B 327) fortgesetzt, die voll gesperrt werden muss. Die Arbeiten werden in vier Etappen eingeteilt, dauern bis Oktober 2017 und zwingen in dieser Zeit die Verkehrsteilnehmer zu teilweise großen Umwegen.

Vielbefahren, aber auch sehr eng: Auf diesem Abschnitt beginnt am 1. September der Ausbau der Koblenzer Straße in Hermeskeil. Sie muss während der Bauarbeiten voll gesperrt werden. Die Arbeiten werden in drei weiteren Etappen bis zur Stadtmitte fortgesetzt und dauern bis Herbst 2017. TV-Foto: Axel Munsteiner

Foto: (h_hochw )

Hermeskeil. 12 576 Autos rollen durchschnittlich pro Tag über die Koblenzer Straße durch Hermeskeil. Doch mit der freien Fahrt auf diesem Teilstück der B 327 ist es bald vorbei. Nachdem 2011/2012 bereits der Abschnitt vom Stadteingang bis zur Hausnummer 51 saniert wurde, geht es nun auf einem insgesamt 530 Meter langen Abschnitt weiter die Koblenzer Straße hinauf bis zur Stadtmitte.
"Die Arbeiten werden erhebliche Auswirkungen auf die Verkehrsführung haben.

Es ist auch klar, dass solche Projekte immer mit Behinderungen verbunden sind. Irgendwann gibt es dann aber Licht am Ende des Tunnels, und wenn wir fertig sind, haben wir eine schön gestaltete Straße". Das betonte Stadtbürgermeister Mathias Queck bei einem Infoabend, zu dem neben Andreas Schmitt, dem Leiter Verbandsgemeindewerke, auch Vertreter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Trier ins Hermeskeiler Rathaus gekommen waren. Rund 50 Bürger wollten sich anhören, wie die Baustelle das Bild der Stadt verändern wird. Lautstarke Kritik gegen das Projekt gab es aus ihren Reihen nicht.

Arbeiten in vier Etappen: Die Koblenzer Straße wird nicht in einem Rutsch komplett aufgerissen, damit dort die Fahrbahn inklusive Gehwege sowie die Kanal- und Wasserleitungen im Untergrund erneuert werden. Die beiden beauftragten Baufirmen Breit und Düpre aus Hermeskeil arbeiten sich in vier Etappen voran. Wegen ihrer geringen Breite müssen jedoch alle einzelnen Abschnitte der Koblenzer Straße voll gesperrt werden, wenn dort die Baumaschinen und Bagger im Einsatz sind.
Teilstück 1: Zunächst ist ab 1. September bis April 2016 der Abschnitt zwischen Hausnummer 51 und der Straßeneinmündung zum "Petersberg" an der Reihe.

Teilstück 2: Es folgt von April bis Oktober 2016 der Abschnitt zwei zwischen Petersberg und der Einmündung in die St. Josef-Straße. In dieser Zeit befindet sich die Baustelle vor einem neuralgischem Punkt, dem Krankenhaus. Beim Infoabend wurde aber ausdrücklich betont, dass während der kompletten Ausbauzeit der Koblenzer Straße die Klinik erreichbar bleibt. So wird am oberen Ende der St. Josef-Straße im Bereich des Parkplatzes mit den Altkleider-Containern eine provisorische Zufahrt entstehen.

Teilstück 3: Zwischen der St. Josef-Straße bis unmittelbar vor die Einmündung zur L 165 (Züscher Straße) wird zwischen Oktober 2016 und Juni 2017 gebaut. Auf diesem Abschnitt an der Volksbank vorbei wird es nach der Fertigstellung eine bedeutsame Veränderung für den Verkehr geben. Bisher fahren die Autos dort auf zwei Spuren über den Innenstadtring. In Zukunft gibt es dort nur noch eine Fahrspur. Der gewonnene Raum wird dazu genutzt, auf dem Seitenstreifen Parkplätze anzulegen. Für diese neue Verkehrsführung hatte es bereits im Sommer 2013 eine Testphase gegeben, die allgemein auf ein positives Echo gestoßen war.

Teilstück vier: Der Knotenpunkt an der Einmündung zur Züscher Straße wird von Juni bis Oktober 2017 erneuert.

Die Umleitungen: Während der Arbeiten auf allen vier Teilstücken wird der Verkehr großräumig über die B 327 bis Höfchen und dann über die B 52 nach Hermeskeil umgeleitet. Für Ortskundige gibt es zwar auch innerhalb der Stadt Ausweichstrecken. Die schildert der LBM aber bewusst nicht offiziell als Umleitungen aus.
Wenn Abschnitt drei und vier an der Reihe sind, müssen sich selbst ortskundige Autofahrer umgewöhnen. Weil das Teilstück zwischen Züscher und St. Josef-Straße blockiert ist, wird es dann nicht mehr auf zwei Spuren in eine Richtung über den Ring gehen, sondern es wird dort eine Regelung mit Gegenverkehr kommen. Das heißt: Wer aus Richtung Nonnweiler kommt, wird an der evangelischen Kirche auf die Trie rer Straße vorbei am Rathaus in die St. Josef-Straße und dann zurück auf die dann schon erneuerten Teilstücke der Koblenzer Straße gelotst. In Abschnitt drei können Autofahrer, die aus Richtung Züsch kommen, zwar noch nach links in die Saarstraße und dann auf den Ring abbiegen. Da in Abschnitt vier aber direkt im Einmündungsbereich gearbeitet wird, müssen diese Autofahrer in dieser Zeit einen großen Umweg über Damflos und die B 327 sowie B 52 in Kauf nehmen, um nach Hermeskeil zu kommen.Extra

Der im September beginnende Ausbau der Koblenzer Straße (B 327) auf einer Länge von 530 Metern kostet insgesamt 3,34 Millionen Euro. Für diese Arbeiten haben die als Bietergemeinschaft auftretenden Baufirmen Breit und Düpre aus Hermeskeil den Auftrag bekommen. Der Bund schultert die Kosten für die Erneuerung der Fahrbahn (876 000 Euro). Die VG-Werke bezahlen die Kanal- und Wasserleitungen. Sie übernehmen den größten Anteil (1,7 Millionen Euro). Die Stadt trägt die Kosten für den Bau der Gehwege (514 000 Euro), beteiligt daran aber die Anlieger in der Koblenzer Straße. Allein Sache der Stadt ist die Neugestaltung des Parkplatzes am Krankenhaus, was im Zuge der Arbeiten in der Koblenzer Straße gleich mitgemacht wird. Kostenpunkt dafür: 244 000 Euro. ax