Köder im Konz-Saarburger Raum: Hundetrainer raten zu Vorsicht

Köder im Konz-Saarburger Raum: Hundetrainer raten zu Vorsicht

Mehrere Vorfälle mit präparierten Ködern beunruhigen die Tierhalter im Konz-Saarburger Raum. Der Polizei fehlt immer noch eine Spur zu den Tätern. Der Verein der Hundefreunde Konz und Umgebung empfiehlt gutes Training.

Gleich vier Mal sollen unbekannte Hundehasser in den vergangenen Monaten Köder ausgelegt haben. Sie wollten damit offenbar Hunde verletzen oder sogar töten. Beim jüngsten Vorfall verbreitete sich folgende Botschaft rasend schnell über Facebook: "Achtung! In Könen wurde heute an der Saar ein Hund mit Rattengiftköder vergiftet."

Polizei-Pressesprecher Karl-Peter Jochem erklärt auf TV-Anfrage, dass der Polizei dieser Fall nicht bekannt sei. Ermittlungen liefen aber wegen der drei anderen Fälle. In Konz und Wiltingen sind Anfang April und Anfang Mai Köder gefunden worden, die mit Schrauben oder Nägeln präpariert waren ("Fleischköder mit Nagel gespickt", TV vom 6. Mai). Der dritte Fall wurde in Ayl angezeigt. Dort habe eine Hundehalterin angegeben, dass ihr Hund sich am 5. Mai erbrochen habe. In dem Erbrochenen habe sie einen Metallhaken gefunden. "Der in S-Form gebogene Haken hat eine Größe von etwa 3,5 Zentimetern", sagt Polizeisprecher Jochem. "Fraglich ist, ob der Haken absichtlich in einem Köder versteckt war oder es sich hierbei um einen Gebrauchsgegenstand handelt, der aus irgendeinem Grund auf dem Boden lag."

Nichtsdestotrotz habe die Polizeiinspektion Saarburg eine Strafanzeige wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz aufgenommen und den Vorgang zuständigkeitshalber an die Kriminalinspektion Trier abgegeben. In allen Fällen fehlen den Ermittlern entscheidende Hinweise auf mögliche Verursacher. Gemeinsam haben alle mutmaßlichen Köderattacken, dass sich die Nachricht von solchen Vorfällen schnell über die sozialen Netzwerke im Internet verbreitet. Auch Wanda Kullmann, Vorsitzende des Vereins der Hundefreunde in Konz und Umgebung, der in Konz-Könen sein Vereinsgelände hat, hat von den gefährlichen Ködern gehört. "Gott sei Dank bin ich persönlich bisher auf keinen Köder gestoßen", sagt die Hundeexpertin. Allerdings sei der Hund eines Vereinsmitglieds nach einer solchen Attacke gestorben. Sie habe insgesamt den Eindruck, dass die Zahl der Fälle mit präparierten Ködern zugenommen habe. Sie verweist auf eine Serie von Vorfällen im Ruwertal und in mehreren Trierer Stadtteilen im Jahr 2014 (der TV berichtete). Im Raum Saarburg gab es 2015 mehrere Meldungen, unter anderem in Serrig und in Taben-Rodt.

Die Gefahr, die von präparierten oder vergifteten Ködern ausgeht, hält Kullmann für sehr groß: "Die sind nicht nur gefährlich für Hunde, sondern auch für andere Tiere und Kinder, die möglicherweise damit spielen." Für Hundehalter biete der Verein zur Prävention ein Anti-Gift-Training an. Ziel sei es, die Halter und Tiere darauf zu konditionieren, dass die Vierbeiner Futter nur von ihrem Herrchen oder Frauchen annehmen. Sollte ein Tier trotzdem einen verdächtigen Köder fressen, empfiehlt eine Sprecherin der Tierklinik in Trier-Feyen auf TV-Anfrage: "Man sollte sich auf jeden Fall direkt an den Arzt wenden, um abzuklären, was los ist." Aus Sicht der Klinik habe es in den vergangenen Monaten keine Häufung solcher Köderattacken gegeben.Meinung

Aufpassen, dass die Tiere nicht alles fressen
Das Auslegen von vergifteten oder präparierten Ködern ist eine Schweinerei. Diejenigen, die das tun, gefährden nicht nur Tiere, sondern auch (Klein-)Kinder. Deshalb ist es wichtig, dass die Fälle und alle Hinweise zu ihnen der Polizei gemeldet werden. Um zu verhindern, dass Schlimmeres passiert, müssen Hundehalter ihre Tiere gut erziehen. Da kann es nicht schaden, seinem Hund beizubringen, Leckerli oder Fressen nur vom Herrchen anzunehmen. Der Nebeneffekt, wenn Hunde gut erzogen sind: Auch Tierhasser sehen so, dass es viele Halter gibt, die sich um ein gutes Verhältnis zu ihrer Umwelt bemühen. c.kremer@volksfreund.deExtra: TAG DES HUNDES IN KONZ-KÖNEN


Der Verein der Hundefreunde Konz und Umgebung 1950 lädt für den bundesweiten Tag des Hundes am Sonntag, 11. Juni, ab 12 Uhr zum Tag der offenen Tür ein. Der Verein hat etwa 40 aktive Mitglieder aus den Verbandsgemeinden Konz und Saarburg sowie aus der Stadt Trier. Die Hundeausbilder des Vereins führen auf dem Vereinsgelände in der Reiniger Straße in Konz-Könen verschiedene Hundesportarten vor. Besucher können ihre eigenen Tiere mitbringen und die Geräte nach einer Einweisung selbst ausprobieren. Bis 17 Uhr geben die Experten des Vereins Tipps zu Haltung und Pflege. Sie stehen für Fragen zu Eigenschaften einzelner Rassen zur Verfügung. Der Eintritt ist frei. Gäste mit Hund sollten den Impfausweis ihres Tieres mitbringen und die Tollwutimpfung nachweisen können. Infos zum Verein gibt es im Internet unter www.vdh-konz.de