Könen und der Rotwein

Das etwa 1935 von Filzen über die Saar ansteuernde Flugzeug erfasste mit der Kamera den Kernbereich des alten Dorfes. Im Zentrum des Bildes dominiert die 1836 erbaute Pfarrkirche St. Amandus mit dem chorseitig anschließenden Kirchhof.

Von der den Ort durchziehenden Saarburger Straße verläuft zum linken Saarufer der alte Fährweg zu einer Kahnfähre hinüber nach Filzen. Als weiteres, die Bebauung überragendes Anwesen beherrscht das alte Pfarrhaus den Straßenraum. Das repräsentative, schlossartige Gebäude mit Krüppelwalmdach ließ sich im Jahre 1765 der damalige, vermögende Pfarrer von Filzen, Hamm und Könen, Anton Bodson, als Residenz im Filialort erreichten. An dieser Stelle stand zu römischen Zeiten auf einem natürlichen Aussichtspunkt eine Villa und auch der Ortsname geht auf römischen Ursprung zurück und ist vom Lateinischen "cuna" in der Bedeutung von Talmulde abgeleitet. Im Hintergrund des von Bungerten (Baumgärten) umgebenden und so in die Landschaft eingebundenen Dorfes, der Wasserliescher Berg mit Rosenberg, Kehlberg und Granahöhe, mit dem davor liegenden Feuchtgebiet des Könener Bruch. Hier, an der alten kurfürstlich-luxemburgischen Grenze fand am 11. August 1675 die in die Geschichte eingegangene "Schlacht an der Konzerbrück" statt, die letztlich durch die Taktik und den Einsatz von General Crequi entschieden wurde. Dem siegreichen General wurde daraufhin (1892) auf der nach ihm benannten Anhöhe ein Denkmal gesetzt. Grundherrschaftlich gehörte Könen zum Dom und bildete den zwischen Mosel und Saar gelegenen Brückenkopf mit dem Saarübergang, da die westlich gelegenen Dörfer ab Wasserliesch-Reinig schon 1153 und bis 1794 luxemburgisch waren. Eine bedeutende jüdische Gemeinde seit Beginn des 19. Jahrhunderts, der an der Saar einzigartige Rotweinanbau sowie Pferdezucht und Pferdehandel waren kennzeichnend für den Ort. Nach der Eingemeindung nach Konz (1970) entwickelte sich Könen im Bereich Konzerbrück zum bedeutenden Standort für Industrie und Gewerbe. Rudolf Molter, Konz