Könener Ortsdurchfahrt soll sich vom Durchgangsweg zur ruhigen Wohnstraße wandeln

Kostenpflichtiger Inhalt: Ehemalige B51 wird saniert und umgestaltet : Könener Ortsdurchfahrt soll sich vom Durchgangsweg zur ruhigen Wohnstraße wandeln

Früher sind jeden Tag 11 000 Autos über die B-51-Ortsdurchfahrt in Konz-Könen gefahren. Seit der Verkehr weitgehend über die Umgehung rollt, sind es deutlich weniger Fahrzeuge. Nun steht fest, wie die Straße nach einer Generalsanierung künftig aussehen soll.

Wie lässt sich die ehemalige B-51-Ortsdurchfahrt Könen in eine attraktive Innerortsstraße umgestalten? Dies war die beherrschende Frage in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats. Wer den langen Straßenzug schon vor dem Bau der B-51-Ortsumgehung kannte, der weiß, wie sehr sich die Verkehrssituation in der Ortslage Könen zum Guten gewendet hat: Wo früher eine endlose Fahrzeugkolonne in beiden Richtungen an den Wohnhäusern vorbeirollte, herrscht heute dünner Anliegerverkehr. Für Ärger sorgen noch auswärtige LKW-Fahrer, die gewohnheitsgemäß das Industriegebiet weiterhin über Konzerbrück ansteuern, statt direkt die Ausfahrt von der Umgehungsstraße zu nutzen.

Auf der Fahrbahn der ehemaligen B 51 – alias Konzerbrück, Könener- und Saarburger Straße – hat die jahrzehntelange Dauerbelastung Spuren hinterlassen. Für die Generalsanierung kommt der Landesbetrieb Mobilität (LBM) als ehemaliger „Bundesstraßenbetreiber“ auf. Die Fahrbahn ist aber nur eines von zwei Sanierungs- und Gestaltungsprojekten, die bevortehen. Parallel kümmert sich die Stadt Konz um die Umgestaltung von Einmündungen und Bushaltestellen. Die Kosten dafür trägt zu 85 Prozent (rund 506 000 Euro) das Land aus seinem Fördertopf für barrierefreie Bushaltestellen. Rund 104 000 Euro beträgt der Anteil der Stadt Konz. Verläuft alles mit der für nächstes Frühjahr geplanten Ausschreibung nach Plan, könnten die Bauarbeiten Mitte des Jahres beginnen.

Geplant ist die barrierefreie Umgestaltung von vier Bushaltestellen an der Saarburger Straße, der Könen Mühle, an der Grundschule und an der Könener Straße. Die Details der Entwurfsplanung erläuterte Michael Richter vom Büro MR Ingenieure Trier. Hervorstechendes Merkmal der Neugestaltung ist der 18 Zentimeter hohe Sonderbordstein entlang der Haltebereiche, der ein barrierefreies Auffahren (etwa mit Rollstuhl) vom Bürgersteig in den Bus ermöglichen soll und die Tritthöhe auf ein komfortables Maß reduziert.

Diese Randsteine sind analog der neuen Haltestelle am Trierer Nikolaus-Koch-Platz mit weißen Führungsstreifen versehen. Das sind geriffelte Rillen- oder Noppenplatten, die sich auch mit dem Blindenstock ertasten lassen. Außerdem wird die Fahrbahnbreite an den Haltestellen von heute acht auf sechs Meter reduziert. Das hat den von vielen Trierer Haltestellen bekannten Sicherheitseffekt, dass der nachfolgende Verkehr hinter dem stehenden Bus warten muss – eine weitere Beruhigung.

Vorhandene Grünstreifen auf der Saarburger Straße und an der Könener Straße bleiben erhalten. An der Haltestelle bei der Grundschule entfällt der begrünte Trennstreifen. Die Haltestelle wird stattdessen tiefer in die Straße versetzt. Der vorhandene grüne Mittelstreifen bleibt als Querungshilfe. Ähnlich sieht es die Planung für die Haltestelle Könener Straße/Valentinstraße vor.

Mit Ausnahme der Bushaltestelle Könener Straße können alle Standorte beibehalten werden. Bei der Bushaltestelle Könener Straße ist der barrierefreie Umbau der bestehenden Bushaltestellen wegen der unmittelbar angrenzenden privaten Parkplätze nicht möglich. Daher ist die Verschiebung der Haltestellen um rund 150 Meter in Richtung Konz geplant.

Vorgesehen ist auch die Neugestaltung der Einmündungen bei St. Amandus (Bergstraße), Am Kastell und zur Charnystraße. Die letzteren beiden Einmündungen erhalten Fahrbahnteiler aus Natursteinpflaster. Die Planentwürfe wurden einstimmig durch Grundsatzbeschluss angenommen.

Zu einer Diskussion, an der sich auch der anwesende erste Beigeordnete Guido Wacht beteiligte, führte der angekündigte Wegfall der bestehenden Zebrastreifen zwischen den Mittelstreifen. Dies sei dem Wandel von der Bundesstraße zur Gemeindestraße ohne Durchgangsverkehr geschuldet, hieß es. Die Situation heute und einst lasse sich nicht vergleichen. Ortsvorsteher Müller-Greis: „Es ist doch so, dass Anwohner, die ihr Haus verlassen und die Straßenseite wechseln wollen, dazu nicht erst bis zu einem 50 oder 100 Meter entfernten Zebrastreifen laufen.“