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Könener Ortsumgehung: Baufirma gefeuert - Behörde sichtet neue Angebote für B-51-Ausbau

Könener Ortsumgehung: Baufirma gefeuert - Behörde sichtet neue Angebote für B-51-Ausbau

Die Arbeiten an der Könener Ortsumgehung liegen seit zwei Monaten brach. Noch in diesem Herbst könnte aber eine neue Firma den Bau der Trasse übernehmen. Der Landesbetrieb Mobilität bewertet ab Donnerstag, 27. August, die eingegangenen Angebote dafür.

Konz/Trier. Noch immer erinnern mehrere Schilder rund um die Großbaustelle für die Könener Ortsumgehung an die inzwischen insolvente Firma Betam. Die Bochumer hatten beim ersten Vergabeverfahren für den Bau der Trasse für die Könener Umgehungsstraße mit 9,8 Millionen Euro das beste Angebot vorgelegt und deshalb vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) Trier den Zuschlag bekommen. Inzwischen sind die Karten für das insgesamt 24 Millionen Euro teure Großprojekt neu gemischt.

Denn Betam hat am 10. Juli Insolvenz angemeldet, woraufhin der LBM den Auftrag kündigte und ein neues Vergabeverfahren einleitete (siehe Hintergrund). Die eingegangenen Angebote werden laut Hans-Michael Bartnick, stellvertretender Leiter des LBM in Trier, ab Donnerstag, 27. August, geöffnet.Neue Chance für Mitbewerber



Die Mitbewerber der ursprünglichen Ausschreibung, die das Angebot der Bochumer Firma gegenüber dem TV als unwirtschaftlich bezeichnet hatten, dürfen beim LBM ein überarbeitetes Angebot einreichen (der TV berichtete). Bei der ersten Ausschreibung hatte keiner von ihnen mit dem Preis der Bochumer Pleitefirma mithalten können. Ihre Angebote lagen zwischen 10,5 und 13,6 Millionen Euro. Jetzt müssen sie diese Angebote überarbeiten - entsprechend der Fortschritte, die Betam bis zum Baustopp erzielt hat.

Im September wird der Landesbetrieb Mobilität den Bauauftrag an einen der Mitbewerber neu vergeben. Das bedeutet, dass die Arbeiten noch in diesem Jahr wieder aufgenommen werden können, wenn alles nach Plan verläuft. Das Gesamtprojekt wird sich trotzdem verzögern. Die Fertigstellung im Jahr 2016 hält niemand mehr für realistisch.
Zu zusätzlichen Kosten durch die Insolvenz sagt der LBM noch nichts. Bartnick erklärt aber das Vorgehen. Mit der insolvenzbedingten Kündigung halte sich seine Behörde die Möglichkeit offen, Schadenersatzanforderungen zu stellen. Der Fortschritt der Bauarbeiten werde zudem bei einer Abnahme dokumentiert, auf deren Grundlage die Insolvenzverwaltung eine Rechnung für die ausgeführten Arbeiten schreiben könne. Bartnick: "Forderungen des Insolvenzverwalters werden unsere Schadenersatzforderungen gegenüberstehen."Extra

Seit dem 26. Juni hat die Firma Betam aus Bochum nicht mehr an der Ortsumgehung Konz-Könen gearbeitet. 14 Tage später, am 10. Juli, hat das Bauunternehmen Insolvenz angemeldet. Zwei Wochen danach hat der Landesbetrieb Mobilität sich dazu entschieden, den Auftrag für die B-51-neu-Trasse zu kündigen. Ähnlich sind die Straßenbaubehörden in anderen Bundesländern vorgegangen. Sie haben ihre Aufträge mit dem Konzern ebenfalls gekündigt. Deswegen stellte die Insolvenzverwaltung 270 Betam-Mitarbeiter zum 7. August frei. Auch bei der Neuvergabe gehen andere Straßenbaubehörden ähnlich vor wie der LBM in Trier: Der Landesbetrieb Straßen in Nordrhein-Westfalen hat laut Zeitungsberichten zum Beispiel schon die Bauarbeiten auf der A 44 zwischen Werl und Soest neu vergeben. Wie der LBM will die Behörde aus dem Nachbarland Schadenersatzforderungen im Rahmen des Insolvenzverfahrens stellen. cmk