Königlicher Besuch im Kinderwingert hoch über Saarburg

Weinkultur : Königlicher Besuch im Kinderwingert hoch über Saarburg

Kleine Nachwuchsweinbauern arbeiten hoch über Saarburg gemeinsam mit Weinmajestäten und erfahren von ihnen jede Menge Wissenwertes über den Rebensaft.

Jedes der 17 Kinder hat schon zweimal im Weinberg des Saarburger Winzers an den Weinstöcken gearbeitet. Beim dritten Mal gibt es hohen Besuch: Saar-Obermosel-Weinkönigin Lena I. und ihre Weinprinzessin Lea stellen sich vor, beantworten Fragen und erklären, was immer die neugierigen Helfer wissen möchten. Denn das, betonen beide Regentinnen, sei ihre Aufgabe – egal, ob es um große oder kleine Zuhörer gehe. „Wir wollen hier zeigen, dass wir beim Riesling alles repräsentieren, von der Rebe bis ins Weinglas“, sagt Weinkönigin Lena.

Die vor mehr als 20 Jahren in Rheinhessen entwickelte Idee des Kinderwingert kommt gut bei den Teilnehmern an. Der sieben Jahre alte Arne Tilmann Sonntag hat schon viel gelernt: „Ich kann Reben schneiden, zurückbinden und kenne mich bei den Tieren im Weinberg aus.“ Er habe nicht gedacht, dass es so viel Arbeit mache, bis der erste Tropfen Traubensaft ins Glas komme.

„Unser Ziel ist es, die Wein- und Kulturlandschaft für Kinder erlebbar zu machen“, beschreibt Kultur- und Weinbotschafter Guido Schramm die Ziele des Projekts. Die Kinder begleiten die Trauben bis zum Keltern und erstellen ein Wingertsbuch, das bei jedem Treffen mit neuen Infoblättern, Bildern, Geschichten, gepressten Pflanzen und Erinnerungsstücken gefüllt wird. Auch andere Pflanzen und tierische Bewohner des Weinbergs wie etwa Eidechsen sollen die Kinder entdecken. Erst zum Schluss geht es um den selbst gekelterten Saft. Mitmachen können Kinder ab der zweiten Klasse.

Mehr als 50 Jahre alt sind die wertvollen Gewächse von Christiane Wagner auf der Saarburger Kupp, von denen sich jedes Kind eines aussuchen und die Patenschaft dafür übernehmen darf.

Nach einer Stunde Arbeit unter Anleitung werden Fragebögen verteilt, um das gesammelte Wissen festhalten zu können. Pflanzen und Tiere sollen erkannt werden. Außerdem können alle Teilnehmer eine Skizze der Weinkönigin mit Buntstiften ausmalen. Einige wollen von ihr wissen, wie man Weinkönigin wird und was ihr Job sei. „Man muss Freude am Wein und dem Besuch von Weinfesten haben“, bescheibt Lena I. einige Voraussetzungen. Aber man müsse auch viel Wissen mitbringen, um alle Fragen über den Wein und den Riesling im Besonderen beantworten zu können. „Ich wurde gewählt und bin Weinkönigin für ein Jahr. Dann muss ich die Krone an meine Nachfolgerin weitergeben“, erklärt sie den Kindern.

Am 17. August und 19. Oktober stehen für die Jungwinzer noch zwei Arbeitstermine an. „Dann müssen die Reben gekürzt und sogenannte Geiztriebe entfernt werden“, beschreibt Guido Schramm die nächsten Aufgaben. Auch überschüssige Blätter müssten entfernt werden, damit die so bearbeitete Rebe möglichst viel Sonne abbekomme.

Am Schluss verteilt die angehende Naturerlebnisbegleiterin Barbara Schramm Traubensaft mit Sprudel, „echten“ Jungwinzersekt.

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