Kolling gibt auf

NEUHÜTTEN. (ax) Die Hochwaldgemeinde muss sich einen neuen Mann an der Spitze suchen. Ortsbürgermeister Thomas Kolling wird sein Amt zum 30. April niederlegen. Das bestätigte der 43-Jährige dem TV.

Wenn am Mittwoch der Neuhüttener Rat zu seiner nächsten Sitzung zusammenkommt, dann wird nicht etwa die Beratung über den Haushalt im Vordergrund stehen. Thomas Kolling wird an diesem Abend dem Ortsgemeinderat offiziell bekanntgeben, dass er sein Amt als Ortsbürgermeister zur Verfügung stellen und ab dem 1. Mai der Erste Beigeordnete Peter Kretz die Dienstgeschäfte vorläufig übernehmen wird. Aus "gesundheitlichen und berufsbedingten" Gründen habe er sich zur Demission entschlossen, sagt der 43-Jährige im Gespräch mit dem TV. "Ich kann mich nicht teilen und habe einfach keine Zeit mehr für mich", erklärt der Geschäftsführer des Unternehmens "Tank-Technik", die im vorigen Jahr ihren Firmensitz von Neuhütten nach Hermeskeil verlegte und seitdem zusätzlich einen Elektro-Fachmarkt betreibt. Er müsse gestehen, dass berufliche Belastung und das Amt des Ortsbürgermeisters für ihn nicht mehr zu vereinbaren seien und "ich mir eindeutig zu viel Arbeit aufgehalst habe", sagt Kolling. Der zweite Vorsitzende des SPD-Ortsverbands Neuhütten-Züsch war im August 2004 vom Ortsgemeinderat einstimmig zum Chef des 920-Einwohner-Dorfs gewählt worden, nachdem zunächst kein Kandidat für eine Urwahl bereit gestanden hatte. In seiner 20-monatigen Amtszeit seien der Bürgerhaus-Anbau und die "Fast-Fertigstellung" des Dorfplatzes - zwei Projekte, für die sein Vorgänger Manfred Rosar die Weichen gestellt hatte - die wichtigsten Aufgaben gewesen, sagt Kolling. Nun müsse das Verfahren zu einer erneuten Urwahl eingeleitet werden, erklärt Bürgermeister Michael Hülpes. Damit werde sich der Rat, der sich durch Mehrheitswahl zusammensetzt und demnach keine verschiedenen Fraktionen aufweist, bereits am Mittwoch beschäftigen, betont Kolling. Er sei optimistisch, dass die Neuhüttener schon im Juni seinen Nachfolger wählen können. Dass sich im Dorf die Geschehnisse vor der Kommunalwahl 2004 wiederholen und sich kein Bewerber für den Ortsbürgermeister-Posten findet, ist kaum wahrscheinlich. Offiziell hat zwar noch kein Kandidat seinen Hut in den Ring geworfen. "Es wird aber gemunkelt, dass es einen geben wird", sagt Kolling. Ähnlich äußert sich auch Hülpes auf TV-Nachfrage. Die potenziellen Kandidaten halten sich noch bedeckt. Das gilt sowohl für Otmar Rausch, SPD-Fraktionsmitglied im Verbandsgemeinderat, als auch für Kollings Vorgänger Rosar, die eine Kandidatur weder bestätigen noch dementieren wollen. Kollings Stellvertreter Kretz konnte dem TV noch keine Auskünfte über seine Pläne geben: Er ist im Urlaub.