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Kolpingsfamilie Hermeskeil wird 100 Jahre alt

Jubiläum : Vom Schuhmacher zum Sozialreformer

Die Kolpingsfamilie Hermeskeil folgt seit 100 Jahren dem Vorbild Adolph Kolpings. Während Corona ruhten jedoch alle Aktivitäten. Das soll sich so schnell wie möglich wieder ändern.

Adolph Kolping (1813-1865) gilt als Wegbereiter der katholischen Sozialbewegung. Am 6. Mai 1849 gründete der gelernte Schuhmacher und Priester in Köln den Gesellenverein. Diesen stellte er in einer Predigt mit den Worten vor: „Unser Wahlspruch aber ist, Beten und Lernen und Arbeiten, alles mit Ernst und doch mit Fröhlichkeit.“

Diesem Vorbild folgt seit 100 Jahren die Kolpingsfamilie Hermeskeil. „Über die Gründung gibt es leider keine schriftlichen Belege mehr“, bedauert Berthold Grenz, mit Klaus Weber einer der beiden gleichberechtigten Vorsitzenden. Alles, was man wisse, basiere auf mündlichen Überlieferungen der neun Gründungsmitglieder. 1894 wurde vom damaligen Pastor Peter Anheier der erste katholische Jünglingsverein gegründet, mit Dechant und Pfarrer Wilhelm Greff (1872-1944) als Präses.

1921, das Jahr, auf das sich das Jubiläum bezieht, teilte sich der Jünglingsverein in den Kolping-Gesellenverein und den Jünglingsverein. Kaplan Friedrich Holzer wurde erster Präses.

Seit 1958 ist der 83-jährige Toni Bauch Mitglied. Er wurde seinerzeit von Präses Peter Mohr von den abwechslungsreichen Aktivitäten der Kolpingsfamilie überzeugt. „In den 1960er Jahren gab es einen tollen Aufschwung mit fast 300 Mitgliedern“, erinnert er sich.

Seit 15 Jahren dabei ist Monika Barth-Schäuble. Die 35-Jährige engagierte sich von Beginn an in der Jugendarbeit mit der Renovierung des Jugendraumes im Souterrain des Johanneshauses. „Leider ist die Jugendgruppe mittlerweile eingeschlafen. Aber zwei Mitglieder sind geblieben“, sagt sie.

Vor Corona war das Jahresprogramm randvoll mit Aktivitäten. Alle zwei Jahre führte die Theatergruppe mit den 20 Hobbyschauspielern ein neues Stück auf. Ausgiebig wurde Fastnacht gefeiert, und beim Umzug dabei zu sein verstand sich von selbst.

Wanderungen, Ausflüge, Wallfahrten, Betriebsbesichtigungen, Vorträge mit Referenten zu den verschiedensten Themen, in der Kolpingsfamilie wurde es nie langweilig, bis Corona kam.

„Vor zwei Jahren haben wir zum letzten Mal Theater gespielt“, erinnert sich Co-Vorsitzender Klaus Weber. Das Jubiläumsjahr wäre doch so ein schöner Anlass gewesen, wieder ein lustiges Stück zu präsentieren. „Im nächsten Jahre geht es auf jeden Fall wieder auf die Bühne“, verspricht Weber. Schließlich habe Gründervater Adolph Kolping den Spaß fest in sein Konzept integriert.

Was diesen organisierten Christen jedoch besonders wichtig ist, bleibt die gute Tat. Da sind seit vielen Jahren die Schwestern des Marianischen Ordens in Bolivien eine feste Spendenadresse. Dies kümmern sich um Waisenkinder, deren Ausbildung, bauen Waisenhäuser, Schulen, Kirchen, leisten Hilfe zur Selbsthilfe. „Gut 100 000 Euro sind von uns schon dorthin geflossen“, sagt Vorsitzender Grenz.

Unterstützt werden auch andere Vereine mit Hilfe bei Veranstaltungen und Zuschüssen, die normalerweise aus eigenen Veranstaltungen kommen.

„Was das Jubiläum angeht, werden wir im Herbst feiern“, verspricht Vorsitzender Grenz. Erste Ideen zur Gestaltung des Festgottesdienstes mit Fahneneinmarsch, vielen Gästen aus anderen Kolpingsfamilien und einem zwanglosen Fest werden gerade erarbeitet.

Weitere Infos: https://vor-ort.kolping.de/kolpingsfamilie-hermeskeil/; Mail: kolpingfamilieHermeskeil@online.de, Telefon 06503/99263.