Kommandowechsel bei Tropensonne

SAARBURG-BEURIG. Ihre Tapferkeit bewiesen die Männer des 16. Jägerbataillons der französischen Garnison in Beurig sowie alle geladenen Gäste gestern auf besondere Weise: Bei sengender Hitze verabschiedeten sie mit militärischem Zeremoniell Colonel Bernard Barrera und begrüßten seinen Nachfolger Oberstleutnant Rémi Seigle.

Dass Disziplin und Gehorsam militärische Tugenden sind, ist bekannt. Von den Führungspersonen des französischen Militärs wird neben diesen und anderen Eigenschaften auch eine weitere Tugend abverlangt: Flexibilität. Alle zwei Jahre wechseln die Colonels - was dem deutschen Dienstgrad Oberst entspricht - ihren Standort. Dieses "Schicksal" winkte gestern auch Bernard Barrera, Colonel des 16. Jägerbataillons in Saarburg. Nach militärischem Zeremoniell verabschiedeten ihn seine rund 1200 Mann starke Kompanie sowie General Etienne Lafontaine, Kommandeur der zweiten Panzerbrigade, der in Orléans stationiert ist, auf dem Place d'armes des Kasernengeländes in Beurig. Ein letztes Mal befahl Barrera "seinen Jungs", die Waffen zu schultern und sie zu präsentieren: "Reposez armes! Repos." Dann überreichte er Glückwunschschreiben an die Soldaten, die sich während des mehrmonatigen humanitären Einsatzes an der Elfenbeinküste im vergangenen und Anfang dieses Jahres in besonderer Weise hervorgetan hatten. Zwei Männer der Jägereinheit erhielten aus Barreras Händen das "croix de la valeur militaire", ein Verdienstkreuz. Unteroffizier Valbrun verabschiedete der Colonel nach 26 Jahren aus der Armee. Nach Defilees der Soldaten über den Platz und mehreren Einsätzen der Militärkapelle des in Epinal stationierten ersten Infanterieregiments zog Colonel Bernard Barrera selbst noch einmal an seinen Soldaten vorbei und salutierte. Der Glanzpunkt der Zeremonie verlief nach festem Ritus: Vom Gewehr des Unteroffiziers Valbrun entfernte der Colonel die Fahne des Jägerbataillons und gab sie zurück an General Lafontaine. Oberstleutnant Rémi Seigle nahm sie entgegen und befestigte sie schließlich wieder an der Waffe des scheidenden Valbruns. Mit einer Fuß- und Panzerparade endete die einstündige offizielle Zeremonie. Zum geselligeren Teil versammelten sich das gesamte Bataillon, deren Familien sowie alle Gäste im Stadion im Kammerforst, wo auf Wunsch von Colonel Barrera einige Lämmer für ein "Méchoui", ein großes gemeinsames Essen, am Grill drehten.