Kommentar: Gute Gründe

Einzelabrechnungoder wiederkehrender Beitrag? Für beiden Formen derBeitragserhebung gibt es gute Gründe. Bei der Einzelabrechnung muss der einzelne Grundstücksbesitzer tief in die Tasche greifen - 10 000 oder 20 000 Euro liegen im Bereich des Möglichen. Wer so viel Geld nicht hat, dürfte um eine Kreditaufnahme nicht herumkommen. Und der Schuldendienst könnte locker die Höhe eines wiederkehrenden Beitrages übersteigen.

Der wiederkehrende Beitrag verteilt die finanziellen Lasten auf alle Schultern. Für den Einzelnen wird\\\\\\\\'s dadurch erträglicher - allerdings verbunden mit der Gefahr eines Automatismus\\\\\\\\': Ich habe für deine Straße gezahlt, deshalb muss meine auch gemacht werden, damit die anderen für mich zahlen. Ob eine Sanierung notwendig oder ob die Straße noch zehn Jahre gut genug ist, steht dann nicht mehr im Vordergrund.

Welche Beitragsform auch immer, das größte Problem in Karthaus, nämlich der verwahrloste Bahnhofsbereich, lässt sich mit keiner der beiden Formen lösen. Bei der Gestaltung des Brunoplatzes und des Platzes an der evangelischen Kirche spielen Beiträge auch keine Rolle. Gleiches gilt für Verkehrsberuhigung in den drei Hauptstraßen. Und ein Großteil der Römerstraße ist sowieso außen vor. Vielleicht resultiert daraus die eher ablehnende Haltung für wiederkehrende Beiträge.

a.jacob@volksfreund.de