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Lesen, Sprechen und Verstehen: Diese grundlegenden Fähigkeiten bei Schülern zu fördern, ist das Anliegen der Aktion "Lesepaten". Rund 50 Ehrenamtliche unterstützen leseschwache Kinder in der Stadt und der Verbandsgemeinde Konz.

Konz. "Unser Ziel ist der Schul-Abschluss für alle", sagt Hartmut Schwiering, Leiter der Projektgruppe "Marke Konz" bei den Konzer Stadtgesprächen, im Kloster Karthaus. Im Zuhörerraum sitzen rund 50 Interessierte, die bei der Aktion "Lesepaten" ehrenamtlich teilnehmen wollen. Dabei geht es vor allem darum, das Lesen, Sprechen und Verstehen bei Kindern zu fördern.

"Pro Klasse gibt es etwa zwei bis drei Kinder mit bedeutender Leseschwäche", sagt Schwiering. Sie könnten mit dieser Schwäche die Intelligenzpotenziale, die sie haben, gar nicht erschließen. Um dem entgegenzuwirken, will nun die Aktion "Lesepaten" bereits im zweiten Schuljahr ansetzen und die Lese- und Sprachförderung an Schulen in der Stadt und Verbandsgemeinde Konz umsetzen. Da sich bereits 52 Lesepaten angemeldet haben, könne der große Erstbedarf der Schulen sofort gedeckt werden, berichtet Schwiering. An der Aktion nehmen das Gymnasium, die Real- sowie die Hauptschule, die Grundschulen St. Nikolaus und St. Johann in Konz sowie die Grundschulen in Tawern, Nittel, Wasserliesch und Wiltingen teil. Weitere Helfer sind willkommen.

Nach den Herbstferien soll die Aktion an den Schulen starten. In Gruppen von zwei bis drei Kindern soll ein Tutor in Absprache mit einem Lehrer aktiv werden. Ob die Förderung im Unterricht oder in Freistunden stattfindet, ist von Schule zu Schule unterschiedlich und wird sich in der Praxis zeigen.

Eins steht für viele aber schon fest: "Es ist eine Hilfe bei der Förderung der Schüler", sagt Margot Pletsch, Leiterin der Grundschule Tawern. Es gebe bereits vielfältige Aktionen der Schule in diese Richtung. Die Lesepaten ergänzten das Konzept. Dass nicht nur das Lesen, sondern auch das Verstehen eines Textes eine weitreichende Bedeutung hat, erklärt Paul Weirich, Leiter des Gymnasiums Konz: "Ich höre sogar von Mathelehrern, dass es Schüler gibt, die die Textaufgaben nicht berechnen können, da sie sie nicht verstehen." Unter den Lesepaten ist die Motivation indes groß, sich für die Schüler einzusetzen. "Wenn man von außen an die Schüler herantritt, kann es neue, positive Reize geben", hofft Bruno Plum, der jahrzehntelang unter anderem als Kunsterzieher tätig war. Außerdem geht es dem Kanzemer darum, den Kindern zu vermitteln, dass er für sie Zeit mitbringe - ein ebenfalls wertvolles Gut. Auch Charlotte Sinzinger aus Konz freut sich auf die Arbeit mit den Kindern. "Es ist noch mal eine neue Herausforderung."