1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Konkurrenz zur Konzer Innenstadt vermeiden

Konkurrenz zur Konzer Innenstadt vermeiden

Der Stadtrat hat die Debatte über das Einzelhandelskonzept für Konz vertagt. Unter den Ratsmitgliedern besteht noch Klärungsbedarf. Die Pläne für das neue Einkaufszentrum am Kreisel "Blaue Säule" werden immer konkreter.

Konz. "Wir wollen den Einzelhandel so lenken, dass die Innenstadt in Konz gestärkt wird", beschreibt Bürgermeister Karl-Heinz Frieden das Ziel des Einzelhandelskonzepts (EHK) für die Stadt Konz. Aber noch sind nicht alle Fragen beantwortet.

Der Stadtrat hat die Entscheidung, das EHK zur Grundlage für die Bauleitplanung in Konz zu machen, deshalb einstimmig vertagt. Vor allem die alten Pläne für das Gewerbegebiet "Konzerbrück" in Konz-Könen widersprechen offenbar den Zielen des Landesentwicklungsprogramms (LEP) IV. Das besagen die Stellungnahmen verschiedener Verbände und Behörden.

Laut LEP IV soll großflächiger Einzelhandel mit innenstadtrelevanten Sortimenten wie Bekleidung, Schuhen, Schmuck und Unterhaltungselektronik nur noch im Zentrum angesiedelt werden. An Ergänzungsstandorten wie in Konzerbrück sind sie nur erlaubt, wenn die Innenstadt darunter nicht leidet. Das werde in dem EHK nicht berücksichtigt.

Besonders deutlich wird das in der Stellungnahme der Industrie- und Handelskammer Trier (IHK): Bereits jetzt binde der Standort Konzerbrück 70 Prozent der Verkaufsfläche für Bekleidung, 40 Prozent für Schuhe und Lederwaren sowie 25 Prozent für Nahrungs- und Genussmittel. Eine weitere Ausdehnung dieser Flächen nehme der Innenstadt in Konz "nahezu jedes realistische Potenzial der Weiterentwicklung".

Laut Frieden konnte der Bauausschuss die aufgeworfenen Fragen noch nicht abschließend beraten. Deshalb habe die Verwaltung beantragt, den Programmpunkt bei der Stadtratssitzung zu streichen. Das EHK gehe jetzt zurück in den Bauausschuss und werde danach zur Überarbeitung an das verantwortliche Dortmunder Planungsbüro Junker und Kruse weitergegeben. Danach sei der Stadtrat am Zug.

Ein zentraler Punkt für die Stärkung der Innenstadt sind die Pläne für das Grundstück am Kreisel "Blaue Säule" Ecke Granastraße/Lessingstraße. Die TBV Vermögensverwaltung, die mehrheitlich der Günther und Käthi Reh Stiftung gehört, will angrenzend an den Kauflandkomplex (siehe Extra) - ebenfalls im Besitz der Gesellschaft - ein Einkaufszentrum mit rund 5000 Quadratmeter Gewerbefläche errichten (der TV berichtete). Wie das Ganze aussehen könnte, ist jetzt schon auf einem großen Schild am Rand des Grundstücks zu sehen.

"Das was innen passiert, ist für uns aber wichtiger", sagt Hans-Jürgen Lichter, Geschäftsführer der TBV Vermögensverwaltung. Die Brandschutz- und Raumkonzepte seien fertig. Verhandlungen mit potenziellen Mietern liefen, und der Bauantrag soll im April eingereicht werden. Lichter rechnet damit, dass der Bau im Sommer startet.

Die interessierten Einzelhandelsbetriebe - darunter ein Elektronikmarkt mit Vollsortiment - kämen von außerhalb. "Es rufen jeden Tag Interessenten für kleinere Räume an", sagt Lichter.

Dort sollen Arztpraxen und eine Apotheke hin. Für 1000 Quadratmeter im Gesundheitsbereich stehen die Verträge laut Lichter kurz vor dem Abschluss. ExtraKaufland: Laut Hans-Jürgen Lichter, Geschäftsführer der TBV Vermögensverwaltung, hat die Kaufland Warenhandel GmbH schriftlich angekündigt, dass sie ihren Vertrag für den Standort Konz vorzeitig verlängern will. Statt bis 2014 läuft der Vertrag voraussichtlich bis 2024. (cmk)