konstituierende Sitzungen Stadtrat und Verbandsgemeinderat Konz 2019

Stadt- und Verbandsgemeinderat Konz : Neue Beigeordnete für Stadt und Umland

Die Konzer Kommunalpolitik hat am Mittwoch ihren großen Tag hinter sich gebracht. Sowohl der Verbandsgemeinde- als auch der Stadtrat hatten ihre konstituierenden Sitzungen. Neben vielen Formalien ging es um eine Resolution gegen Rechtsextremismus.

Mit einer Doppelsitzung haben der Stadt- und der Verbandsgemeinderat Konz die neue Wahlperiode eingeleitet. Unter anderem wurden fünf Beigeordnete gewählt.


Stadtrat Die Premiere des Stadtrats beginnt um 17 Uhr im heißen Dachgeschoss des Klosters Karthaus. Wegen 37 Grad Celsius Außentemperatur steht vielen Ratsmitgliedern im Sitzungssaal im Dachgeschoss  der Schweiß im Gesicht. Von den 32 Ratsmitgliedern sind zwölf Neulinge.

Viele der Neuen senken den Altersschnitt des Gremiums im Vergleich zur vorherigen Wahlperiode immens. Das jüngste Ratsmitglied ist Fabian Benzkirch (FWG), der 1998 geboren ist. Die komplette fünfköpfige Grünen-Fraktion ist 35 Jahre alt und jünger. Der jüngste ist Felix Ulrich, geboren 1996. Für die SPD bleibt Jens Tossing (Jahrgang 1992) der jüngste Vertreter. In den Reihen der CDU senkt zum Beispiel Oliver Esch (Jahrgang 1989) den Altersschnitt. Bei der FDP bleibt alles beim Alten (siehe Info). Neben den vielen jungen Gesichtern in den bisherigen Fraktionen sind auch zwei neue Parteien in dem Gremium mit jeweils einem Vertreter dabei: die AfD (Jens Ahnemüller) und Die Linke (Ulf Rosche).

Das Bild zeigt den gesamten Stadtrat Konz. Foto: TV/Christian Kremer

Die erste Aufgabe nach ihrer Verpflichtung per Handschlag durch den frisch wiederernannten Stadtbürgermeister Joachim Weber meistern die Stadträte trotz der Hitze ohne Probleme: Die Wahl der drei ehrenamtlichen Beigeordneten der Stadt gestaltet sich nicht schwierig. Für jeden der drei Posten gibt es nur einen Wahlvorschlag. Zum ersten Beigeordneten wird Bernhard Marx (CDU) mit 27 Ja- und fünf Neinstimmen gewählt. Zweite Beigeordnete wird Kerstin Röhlich-Pause (FWG, 30 Ja- und zwei Neinstimmen), dritter Beigeordneter wird Willi Weitzel (SPD, 30 Ja- und zwei Neinstimmen). Die FWG-Frau und der SPD-Mann sind neu im Amt. Der CDUler wurde schon 2017 als Nachfolger des Konzer Ehrenbürgers Manfred Wischnewski gewählt.

Röhlich-Pause löst FWG-Mann Heinz Günter Reichardt ab, Weitzel den FDPler Claus Piedmont. Für beide kündigte Bürgermeister Joachim Weber eine separate Abschiedsfeier an. Reichardt verabschiedet sich nach 25 Jahren Kommunalpolitik. Piedmont, der weiterhin im Rat tätig ist und seinen Posten zugunsten der SPD aufgegeben hat, betont: „Ich hatte das schon 2014 angeboten, da hat die SPD auf den dritten Beigeordnetenposten verzichtet. Jetzt ist der Wahlproporz und die Fraktionsstärke gewahrt.“

Der hauptamtliche Beigeordnete der Verbandsgemeinde Konz, Guido Wacht, steht neben seinen neuen ehrenamtlichen Kollegen Walter Bamberg (CDU) und Maria Schmitz (FWG) sowie dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Joachim Weber (von links). Foto: TV/Christian Kremer
Die scheidenden Beigeordneten Claus Piedmont (FDP, links) und Heinz Günter Reichardt (FWG, rechts) verabschieden sich von Joachim Weber (CDU, Mitte). Foto: TV/Christian Kremer

Auf Anfrage von Bürgermeister Weber erklären die Fraktionen noch, wer sie künftig führt: Bernd Henter (CDU, elf Sitze), Ute Walter (SPD, 6 Sitze), Hermann-Josef Momper (FWG, 6 Sitze), Christian Fleischmann (Die Grünen, 5 Sitze) und Claus Piedmont (FDP, 2 Sitze). AfD und Die Linke haben mit jeweils einem Stadtratsmitglied keine Fraktionsstärke. Neben den Formalien geht es im Rat auch um eine Resolution gegen Rechtsextremismus von der Partei Die Linke (siehe Info).

Das Bild zeigt den gesamten Verbandsgemeinderat Konz. Foto: TV/Christian Kremer

 
Verbandsgemeinderat An zweiter Stelle im Verbandsgemeinderat, der zwei Stunden nach dem Stadtrat bei etwas angenehmeren Temperaturen im Sitzungssaal beginnt, folgen dieselben Prozeduren wie im Stadtrat. Auch in diesem 40-köpfigen Gremium, in dem ein Mitglied aus gesundheitlichen Gründen fehlt, ist Fabian Benzkirch (FWG/Jahrgang 1998) aus Konz-Oberemmel das jüngste Mitglied. Genauso wie im Stadtrat ist auch hier der Altersschnitt im Vergleich zur vorherigen Wahlperiode fraktionsübergreifend stark gesunken.

Bürgermeister Joachim Weber verabschiedet den scheidenden Beigeordneten Heinz Wößner (FWG). Foto: TV/Christian Kremer

Im Gegensatz zum Stadtrat gibt es bei beiden zu wählenden Beigeordnetenposten Abstimmungen mit zwei Bewerbern. Zur ersten ehrenamtlichen Beigeordneten wird Maria Schmitz (FWG) aus Wiltingen gewählt. Sie löst FWG-Mann Heinz-Alfred Wößner ab, der zehn Jahre lang Beigeordneter war.

Während Maria Schmitz neu im Amt ist, gewinnt mit Walter Bamberg (CDU) ein erfahrener Mann die Abstimmung zum zweiten ehrenamtlichen  Beigeordneten.  Beide setzen sich gegen SPD-Mann Helmut Ayl aus Wiltingen durch. Die Sozialdemokraten haben ihn für beide Wahlen jeweils als Gegenkandidaten nominiert. Gegen Schmitz unterliegt er mit 16 zu 23 Stimmen, gegen Bamberg mit 17 zu 22. Guido Wacht (CDU) aus Konz komplettiert das Beigeordneten-Trio auf VG-Ebene als hauptamtlicher Beigeordneter. Er wurde 2018 für acht Jahre ins Amt gewählt.

Nach der Wahl geben die Fraktionen noch bekannt, wer sie in den kommenden fünf Jahren anführt: Bei CDU (Josef Weirich, 15 Sitze), SPD (Peter Lauterborn, 8 Sitze)  und FWG (Detlef Müller-Greis, 6 Sitze) bleiben die gleichen Köpfe an der Spitze. Die Grünen (7 Sitze) haben Karl-Georg Schroll ernannt. Bei der FDP (2 Sitze) löst Jürgen Thelen das Konzer Urgestein Franz Görtz ab, der seinen Rücktritt von diesem Amt schon angekündigt hatte (der TV berichtete). AfD (Christiane Junk-Kornbrust) und Die Linke (Anja Rosche) mit jeweils einem Ratsmitglied haben keinen Fraktionsstatus.

Die endgültige Zusammensetzung beider Räte steht noch nicht fest. Die Beigeordneten müssen noch entscheiden, ob sie ihr Mandat behalten. Wenn nicht, müssen die Nachrücker aus den Fraktionen noch verpflichtet werden.

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