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Konversions-Ausschuss macht weiter

Konversions-Ausschuss macht weiter

Hinter verschlossenen Türen hat sich der Zweckverband Konversion Hermeskeil am Montagabend mit einem Vorstoß von Rainer Spies (SPD) beschäftigt. Der Reinsfelder Ortsbürgermeister hatte eine mögliche Auflösung des 2006 gegründeten Gremiums zur Debatte gestellt. Dies lehnten die anderen Mitglieder aber ab.

"Der Zweckverband existiert weiter. Wir haben die Sache gemeinsam angepackt und wollen weiter zusammenbleiben. Darüber bin ich sehr froh." So kommentiert der Hermeskeiler Rathaus-Chef Michael Hülpes (CDU) den Ausgang einer Diskussion, die das Gremium im nicht-öffentlichen Teil seiner Sitzung am Montagabend geführt hat. Auslöser dafür war die Sinnfrage, die kurz zuvor der Reinsfelder Ortsbürgermeister Rainer Spies (SPD) noch vor Publikum gestellt hatte. Spies hatte angeregt, "dass wir uns mal Gedanken darüber machen sollten, ob wir den Zweckverband nicht besser auflösen sollten".
Gremium arbeitet seit 2006


Das 17-köpfige Gremium, dem Vertreter von Stadt und VG Hermeskeil, des Kreises Trier-Saarburg sowie der Ortsgemeinden Reinsfeld und Gusenburg angehören, hat 2006 die Arbeit aufgenommen. Seine Aufgabe ist es seither, die Vermarktung der früheren Hochwaldkaserne und des dazugehörigen circa 180 Hektar großen Übungsplatzes zu übernehmen und für beide Bereiche Konzepte für die zivile Nachnutzung zu entwickeln. Inzwischen wurde das Kasernengelände aber vom Bund - unter rechtlich noch umstrittenen Umständen - an die Privatgesellschaft Viresca verkauft (der TV berichtete).

Entwicklung als schleppend eingestuft

Im Bereich des Übungsplatzes stufte Spies die bisherige Entwicklung als "mehr als schleppend" ein. Deshalb schwebe den Reinsfeldern vor, dass sie ihren Anteil am Übungsplatz - immerhin 40 Hektar - dem Bund separat abkauften. Auch den anderen Gemeinden im Gremium sei zuzumuten, dass sie sich selbst um die künftige Nutzung ihrer Konversionsflächen kümmern. Insofern hätte der Zweckverband dann keine Funktion mehr, so der Standpunkt von Spies.

Die anschließende Debatte hinter verschlossenen Türen endete dann aber doch nicht mit der Auflösung des Konversions-Ausschusses. Wie Vorsteher Hülpes auf TV-Anfrage sagte, hätten sich die Mitglieder darauf verständigt, dass zunächst weiter der Zweckverband mit dem Bund über den Erwerb des gesamten Übungsplatzes verhandelt. Dieser Grundsatzbeschluss steht schon seit Ende 2010.

Touristische Nutzung zurückgestellt

Ursprünglich sollte ein Teil dieses Areals an die Macher des Projekts Dorf Hochwald verpachtet werden, die daraus einen Freizeitpark machen wollten. Nach der Dorf-Hochwald-Pleite wird die touristische Nutzung des Übungsplatzes laut Hülpes jedoch "vorerst zurückgestellt". Wohl aber soll auf dem Gelände erneuerbare Energie erzeugt werden - etwa durch Freiland-Photovoltaikanlagen.
Gute Chancen für Windkraft


"Ich sehe auch sehr gute Chancen, dass wir auf dem Übungsplatz Windräder aufstellen dürfen", sagt Hülpes mit Blick auf einen gemeinsamen Windpark auf den Gemarkungen von Gusenburg, Reinsfeld und der Stadt Hermeskeil. "Die anderen Mitglieder waren der Meinung, dass der Zweckverband weiterbestehen soll. Dem haben wir uns im Sinne der Solidarität nicht verschlossen", sagte Spies gestern auf TV-Anfrage.

Hermeskeils Stadtbürgermeister Udo Moser (BFB) sagt: "Alleingänge von einzelnen Gemeinden würden der ganzen Region schaden. Es ist sinnvoll und wichtig, dass der Zweckverband weiterarbeitet. Denn er hat nach wie Aufgaben, die er schultern muss". Ins selbe Horn stößt auch Landrat Günther Schartz (CDU). Er betont, dass es "eine Gemeinschaftsaufgabe ist, den Hochwald voranzubringen. Die Zusammenarbeit der kommunalen Familie im Zweckverband hat großen Symbolcharakter."
Meinung

Alles andere als eine Erfolgsgeschichte
Mitgehangen, mitgefangen: An dieses Sprichwort sollten sich auch die Reinsfelder erinnern. Kein Zweifel: Der Zweckverband Konversion hat in seiner fünfjährigen Wirkenszeit wahrhaftig keine herausragenden Ergebnisse erzielt. Ganz im Gegenteil entpuppte sich vor allem das hoch gelobte Dorf-Hochwald-Projekt als große Seifenblase, die mit einem lauten Knall platzte. Doch bei aller berechtigten Enttäuschung bleibt festzuhalten: Wer sich gemeinsam mit vier Partnern in ein Boot setzt, kann nicht einfach aussteigen, wenn es in Seenot gerät. Eine große Erfolgsgeschichte wird aus der Konversion in Hermeskeil zwar aller Voraussicht nach nicht mehr. Aber es besteht immer noch die Hoffnung, dass sie nicht im kompletten Schiffbruch endet - und die beteiligten Kommunen zumindest dank Windkraft und Co. noch einen finanziellen Gewinn auf den früheren Militärflächen erzielen können. a.munsteiner@volksfreund.de