Konz erhält Realschule plus

Die Hermann-Staudinger-Realschule und die Konzer Hauptschule bilden ab dem Sommer 2010 eine neue, gemeinsame "Realschule plus". Die Zustimmung überwiegt, aber es gibt auch skeptische Stimmen.

Konz. "Wir sind mit der Entscheidung des Kultusministeriums, eine Realschule plus in Konz einzurichten und dafür die Hermann-Staudinger-Realschule und die Hauptschule zusammenzulegen, sehr zufrieden", sagt Joachim Christmann, Geschäftsbereichsleiter Schule bei der Kreisverwaltung Trier-Saarburg als zukünftigem Schulträger. "Die vom Kreis und der Verbandsgemeinde gewünschte Angliederung einer Fachoberschule (FOS) kommt dann hoffentlich im nächsten Schritt", blickt Christmann schon weiter in die Zukunft. Die Schülerzahl sei mit insgesamt rund 800 für eine FOS auf jeden Fall groß genug.

Die FOS ist für die VG Konz ein ganz wichtiger Bestandteil des Konzepts. Bürgermeister Karl-Heinz Frieden: "Wir begrüßen die Ministeriums-Entscheidung, weil wir dann mit dem Gymnasium für die allgemeine Hochschulreife und der FOS für den Zugang zur Fachhochschule ein optimales Bildungsangebot haben."

Karl Grundhöfer, Leiter der Hauptschule, sieht in der FOS ebenfalls einen Fortschritt für die Schüler. "Der Realschule plus selbst stehe ich aber durchaus kritisch gegenüber, denn hier muss erst noch ein Konzept mit Leben erfüllt werden", sagt Grundhöfer. Er hofft, dass der integrative Charakter der zukünftigen Schule noch verstärkt wird. "Für unsere Schule ist Integration Alltag, außerhalb muss man aber noch viel Überzeugungsarbeit leisten." Als ersten Schritt hatten Realschulleiterin Gabriele Schmidt und Grundhöfer daher im vergangenen Jahr einen Lehreraustausch organisiert.

Lutwin Ollinger, Sprecher des Schulelternbeirats (SEB) der Realschule, vertritt den Standpunkt, dass kleinere Klassen und mehr Lehrer wichtiger sind als die Schulform. "Der SEB hat den Entschluss, die Realschule plus in Konz einzuführen, aber mitgetragen", sagt Ollinger. Ausschlaggebend für die Zustimmung sei der Kompromiss gewesen, nach der gemeinsamen Orientierungsstufe den Klassenverband noch ein Jahr zu erhalten, um dann mit der achten Klassenstufe nach Leistung getrennte Klassen einzurichten. "Eine noch weiter gehende Integration hätten wir nicht unterstützt."

Bei der SPD begrüßt man grundsätzlich die Einführung der Realschule plus, würde sich aber gern noch die Option offen halten, die neue Schulform weiterzuentwickeln zu einer Gesamtschule. VG-Ratsmitglied Karla Kroon: "Wir halten die Einrichtung einer IGS für den besten Weg."

Sabine Quijano (Grüne) kritisiert die ihrer Meinung nach unnötige Eile, mit der die Realschule plus eingerichtet wurde: "Das hat eine mögliche Entwicklung hin zu einer wirklich gut ausgestatteten IGS sehr schwer gemacht." Trotzdem müsse man dem Neuen eine faire Chance geben.