Konz will neue Buslinie nach Trier haben

Verkehr : Das Ende der Kraut-und-Rüben-Linie zwischen Konz und Trier

Die Busfahrpläne im Konz-Saarburger Raum werden bis 2020 neu geordnet. Schon jetzt ist klar, dass die Verbindung nach Trier in der heutigen Form wegfällt. Möglich wären Routen innerhalb von Konz oder ortsübergreifende Strecken.

Auf den ersten Blick sieht das Angebot des öffentlichen Nahverkehrs in der Stadt Konz gut aus. Stündlich fahren eine Regionalbahn und ein Regionalexpress nach Trier. Hinzu kommt zurzeit die Buslinie 204. Allerdings ist bei dieser Linie nur schwer nachvollziehbar, welche Stationen sie wann ansteuert. Der für den öffentlichen Nahverkehr  zuständige Dezernent beim Kreis Trier-Saarburg, Stephan Schmitz-Wenzel, formuliert es folgendermaßen: „Das bestehende Angebot ist undurchschaubar, weil es keine identischen Fahrten gibt.“ Es lasse sich nicht vernünftig darstellen. Für die Leser des Fahrplans sei es „Kraut und Rüben“.

Ein Blick auf die Internetseite des Verkehrsverbunds Region Trier (VRT) zeigt, dass er mit seiner Einschätzung recht hat. Mal hält die Linie im Konzer Stadtteil Oberemmel, mal nicht. Mal fährt sie Kommlingen an, ein anderes Mal nicht. Dann steht Roscheid im Plan und zu einem anderen Zeitpunkt wieder nicht. In dieser Form sei es nicht sinnvoll, das Angebot bei der Neuordnung der Linien zu erhalten, ist sich der Ausschuss des Kreises für öffentlichen Nahverkehr in seiner jüngsten Sitzung einig.

Schmitz-Wenzel nennt dann die Bedingungen, die eine Buslinie zwischen Konz und Trier erfüllen müsse, um sie neben dem Schienenverkehr zu etablieren. Die erste Bedingung sei, dass eine Linie eingerichtet werde, die von Konz nach Trier und zurück eine Stunde brauche. Mit diesem Zeitfenster könne der Kreis bei der Planung einer neuen Buslinie verschiedene Orte anbinden. „Es ist zum Beispiel ziemlich dünn, was nach Tawern fährt“, sagt Schmitz-Wenzel. Man könne aber auch über ein Angebot nur für die Stadt Konz, die Stadt Konz und Roscheid oder sogar Orte wie Wawern nachdenken. Wenn die Finanzierung stehe, sei das alles machbar. Die Stadt Konz werde dann in die Planungen, wie die Linie geführt werde, einbezogen.

Der Konzer Bürgermeister Joachim Weber, der auf Kreisebene im ÖPNV-Ausschuss mitarbeitet, sagt: „Ich begrüße, dass wir ein durchschaubares System reinbringen und weitere Orte aufnehmen wollen.“ Es seien aber noch etliche Fragen zu beantworten – zum Beispiel die nach der Taktung und der Strecke.

Schmitz-Wenzel spricht bei der Sitzung auch den Haken an dem Angebot an, dessen Prüfung die Konzer Kreistagsmitglieder Bernhard Henter (CDU) und Alfons Maximini (SPD) im August gemeinsam im Kreisausschuss gefordert hatten: „Die Stadt Trier muss sich an der Finanzierung beteiligen. Und wenn sie sich nicht  beteiligt, können wir das nicht angehen.“

Der Konzer Bürgermeister Weber appelliert daraufhin an die Trierer: „Die Stadt Trier profitiert in einem nicht unerheblichen Maß.“ Er verweist unter anderem auf die Berufsschüler, die aus dem Umland nach Trier fahren müssen.

Bei der Trierer Stadtverwaltung äußert sich Baudezernent Andreas Ludwig zu dem Thema: „Grundsätzlich begrüßen wir alle Initiativen, den ÖPNV zu verbessern. Weitere Details können wir verhandeln, wenn uns die Pläne des Kreises vorliegen.“ Diese grundsätzliche Gesprächsbereitschaft dürfte die Kreisverwaltung und die Stadt Konz freuen.

Einen ganz anderen Vorschlag legt Karl-Georg Schroll vor. Der Verkehrsplaner sitzt für die Piraten im Kreistag und meint: „Ich bin gegen Parallellverkehre von Bus und Bahn. Sinnvoller wären zwei Durchmesserlinien in der Stadt Konz.“ So könne man die Menschen aus den Stadtteilen zum Bahnhof bringen – zum Beispiel, indem man eine Linie von Berendsborn nach Karth­aus führt und eine von Roscheid nach Könen. Die Bahnhöfe müssten auf beiden Routen liegen. Weber sagt dazu: „Das Tälchen und andere Stadtteile würden so außen vor bleiben.“ Das gemeinsame Ziel aller müsse aber sein, die Autos aus der Innenstadt von Konz rauszubekommen.

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