Konz will Radwegenetz verbessern und beteiligt die Büger

Verkehr : Stadt Konz beteiligt Bürger an Radverkehrskonzept

Auftaktveranstaltung am 7. März im Kloster Karthaus geplant.

  Fußgänger, Radler, Autofahrer: Wo diese drei Gruppen aufeinandertreffen, gibt es Konfliktpotenzial. Dieses zu entschärfen und die Verkehrsführungen zu verbessern, ist der Sinn eines neuen Radverkehrskonzeptes für die Stadt Konz. Erstellt wird das Radverkehrskonzept im Auftrag der Stadt Konz von der bundesweit tätigen Planungsgemeinschaft Verkehr PGV-Alrutz GbR aus Hannover.

Bei der Erstellung des Konzepts sollen aber auch Bürger eingebunden werden. Deshalb ist für Donnerstag, 7. März, von 18 bis voraussichtlich 21 Uhr ein Workshop im Festsaal des Klosters Karthaus geplant. Eingeladen sind alle interessierten Bürger, die sich am Einstieg in den Planungsprozess beteiligen möchten. Michael Naunheim, Sprecher der Verbandsgemeindeverwaltung Konz beschreibt die Ziele der Veranstaltung: „Hier sollen Stärken und Schwächen der bestehenden Verkehrswege ermittelt und basierend darauf die Ziele der Radverkehrsförderung entwickelt werden. Die Ergebnisse des Workshops fließen in das neue Radverkehrskonzept der Stadt Konz mit ein.“

Mit dem Radverkehrskonzept will die Verwaltung alle bekannten notwendigen und sinnvollen Maßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrs in der Stadt Konz bündeln und priorisieren. Dies betreffe insbesondere die Radverkehrsnetzplanung, die Abstimmung der Verbindungen zu Nachbarkommunen, die Radabstellanlagen und Schnittstellen mit dem öffentlichen Personennahverkehr sowie einzelne konzeptionelle und baulich-organisatorische Maßnahmen, heißt es bei der Verwaltung. Mit einem gut strukturierten Radwegenetz steige die Verkehrssicherheit für Radfahrende und auch für alle anderen Verkehrsteilnehmer. Zudem diene es der Förderung des Radverkehrs für die Bereiche Tourismus-, Alltags- und Freizeitverkehr.

Dass in der Stadt Konz Nachbesserungsbedarf besteht, müsste inzwischen allen bewusst sein. Das Thema ist schon mehrfach in den Gremien der Stadt angesprochen worden. Besonders die Fraktion der Grünen im Konzer Stadtrat hatte in der Vergangenheit mehrfach darauf hingewiesen, dass Handlungsbedarf im Sinne der Radfahrer besteht. Wolfgang Hertel, der für die Grünen im Bauausschuss der Stadt Konz mitarbeitet, hatte sich schon 2016 in den Sattel geschwungen, um gemeinsam mit TV-Redakteur Christian Kremer die Schwachstellen im Konzer Radwegnetz zu erkunden. „Wer sein Rad liebt, muss in Konz oft schieben“ war der Titel des TV-Artikels zu der Radtour, der am 22. Oktober 2016 erschienen ist. Das Fazit lautete: An vielen Stellen in der Saar-Mosel-Stadt werden die Belange der Radfahrer nicht berücksichtigt. Es gibt zum Beispiel keine Möglichkeit, getrennt vom Autoverkehr über die Saar zu kommen. Wer nicht auf den engen Autospuren fahren möchte, muss sein Rad über den Fluss auf den engen Bürgersteigen schieben. Die Wohngebiete Berendsborn und Roscheid sind ebenfalls nicht mit Radwegen an die Innenstadt angebunden. Kritik äußerte Hertel auch daran, dass in Konz in vielen Einbahnstraßen nicht gegen die Fahrtrichtung geradelt werden darf – wie zum Beispiel in Trier. Auf diese Kritik wurde mindestens an einer Stelle reagiert. So hat der städtische Bauhof zum Beispiel in der Brückenstraße in Konz im Mai 2018 Schilder aufgehängt, die Radlern das Fahren gegen die vorgeschriebene Fahrtrichtung erlauben.

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