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Konzer Ausschuss beschließt neue Wege zum Roscheider Hof

Kommune : Barrierefrei zum Kulturerlebnis

Der Konzer Ausschuss für Bauen, Stadtentwicklung und Umweltschutz hat neue Wege zum Roscheider Hof und dem Kloster Karthaus sowie Führungen mit Infos aus dem Internet beschlossen.

Die Europäische Union will die Regionen stärker fördern. Die Stadt Konz hat dieses Angebot genutzt und ihr Antrag auf Mittel aus dem Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) wurde positiv beschieden. Über zwei neue Wege können Menschen mit Beeinträchtigungen künftig besser das Kloster Karthaus und den Roscheider Hof mit Waldbühne, Rosengarten und Freilichtmuseum besuchen.

Der Ausschuss für Bauen, Stadtentwicklung und Umweltschutz hat einstimmig beschlossen, die Arbeiten vom Büro MR Ingenieure aus Trier, das mit der Planung beauftragt ist, ausschreiben zu lassen.

„Wenn das Planungsbüro schnell arbeitet und die Ausschreibung zügig auf den Weg bringt, können die Arbeiten noch in diesem Jahr beginnen“, ist Bürgermeister Joachim Weber zuversichtlich.

Planerin Selina Böhmer erklärte wie die beiden Wege gestaltet sind: „Am Kloster wird das Gebäude erstmals komplett erschlossen und auch die Steigung zwischen Waldbühne am Roscheider Hof und der Straße wird kein Problem mehr sein.“

35 Meter lang wird der Weg am Kloster, 75 Meter die Anbindung ans Freilichtmuseum, das erstmals aus neuer Perspektive betrachtet werden kann. Hier wird ein Teil als Pflasterung und als wassergebundene Deckschicht gestaltet. Alle zehn Meter gibt es ein durchgängiges Podest, damit Rollstuhlverkehr und -gegenverkehr aneinander vorbeikommen.

Die beiden Perlen der Konzer Kultur und Geschichte sollen mit barrierefreiem Tourismus erlebbarer werden, das hat sich die Saar-Obermosel-Touristik (SOT) zum Ziel gesetzt.

Dafür zu sorgen, dass jedermann viel über Kloster und Museum erfährt, ist die Aufgabe von Anna-Lena Koster von der Saar-Obermosel-Touristik. Audioguides, das sind Programme, die man sich aufs Handy lädt, um sich dann über die beiden historischen Orte informieren zu lassen, sollen dieses Ansinnen unterstützen.

Noch weiter wird den Menschen entgegengekommen, die nie in der Lage sein werden, ohne fremde Hilfe in eines der Häuser im Freilichtmuseum zu gehen, vor allem nicht auf den Treppen ins jeweilige Obergeschoss. Die Lösung heißt auf Neudeutsch „Augmented Reality“, etwa: Erweiterte Wahrnehmung. Ist die App erst einmal heruntergeladen, kann Konzer Geschichte in 3-D auf dem Display erlebt werden, auch für Rollstuhlfahrer. 360 Grad Rundumaufnahmen werden zu sehen sein.

„Damit steigern wir die Attraktivität für Touristen, mit und ohne Rollstuhl“, freut sich Koster. Außerdem wird in den Apps jeweils auf die andere Sehenswürdigkeit hingewiesen.

„Die WLAN-Ausstattung muss für diese Anwendungen noch verbessert werden“, weiß auch Bürgermeister Weber. Dieser Service werde aber in der gesamten Stadt weiter ausgebaut.

Der Sprecher der Verbandsgemeinde Konz, Michael Naunheim, sagt dazu: „Im Kloster Karthaus wurden im Rahmen der Einführung der digitalen Ratsarbeit, denn Kommunalpolitik im Kreis wird digital, WLAN-Komponenten installiert und stehen somit den Ratsmitgliedern dort bereits zur Verfügung.  Die Planungen für das Freilichtmuseum sind noch nicht ganz so weit fortgeschritten, da dort eine Breitbandversorgung durch entsprechende Versorger derzeit nicht gegeben ist. Da arbeiten wir noch an einer Lösung, können daher noch keinen Termin nennen.“