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Hilfe bei Schäden: Konzer kämpfen gegen Unwetterfolgen

Hilfe bei Schäden : Konzer kämpfen gegen Unwetterfolgen

Zuerst Tawern und Könen, jetzt das Tälchen: Etliche Bürger haben (Wasser-)Schäden. Nun wollen sie gemeinsam um Hilfe bitten.

Die Unwetterserie reißt einfach nicht ab. Am späten Mittwochnachmittag zieht erneut eine Front über die Region. Erneut müssen rund 60 Einsatzkräfte der Feuerwehr ausrücken, um die Schäden zu beseitigen. Nachdem es in der vergangenen Woche Tawern und Könen getroffen hat, sind nun die Bürger von Niedermennig und Ober-
emmel die Leidtragenden. Überflutete Gärten, Wiesen, Keller und Häuser, ein umgestürzter Baum, der von einem Blitz getroffen wird und eine Stromleitung beschädigt, sind diesmal die Folgen. Die Wassermassen bringen den Konzer Bach und die Kanalisation innerhalb weniger Minuten zum Überlaufen. Der Stromversorger unterbricht die Stromzufuhr. Die Leitung muss freigeschnitten werden, Keller und Wohnungen werden ausgepumpt. Während es in Niedermennig regnet, hagelt es in Oberemmel. Dort ergießen sich Wassermassen vom Hang aus quer durch den Ort bis zum Maximinerplatz. Die Straße Im Steinborn wird dabei beschädigt. Arbeiter des Landesbetriebs Mobilität reparieren sie laut der Konzer Verwaltung noch am Mittwochabend wieder. Auch die L 139 zwischen Pellingen und Krettnach sowie zwischen Pellingen und Franzenheim wird zeitweise überschwemmt.

Während die Bürger des Konzer Tälchens noch die Wunden lecken, sind die Menschen in Könen und Tawern schon weiter. Die Könener, allen voran Bernhard Becker, Besitzer eines der vor einer Woche überfluteten Häuser, laden alle Betroffenen aus Könen für den heutigen Freitag, 8. Juni, 19 Uhr, zu einer Infoveranstaltung ins Bürgerhaus in Könen ein. Dort wollen sie dokumentieren, was die schweren Unwetter angerichtet haben. „Ziel ist es, einen möglichst umfassenden Überblick über die Schäden zu bekommen und zusammenzustellen, um damit eine Petition um Soforthilfe an die Landesregierung untermauern zu können“, sagt der Könener Ortsvorsteher Detlef Müller-Greis. Neben der Erfassung der Schäden geht es laut Müller Greis bei der Veranstaltung auch um Schutzmaßnahmen.

Bernhard Becker sagt im Gespräch mit dem TV: „Wir wollen einen Überblick darüber bekommen, wie hoch die Schäden sind.“ Nur wenn möglichst viele Bürger konkret aufführten, welcher finanzielle Schaden ihnen entstanden sei, könne man das Land um Hilfe bitten. Hintergrund der Idee ist, dass die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) im TV darauf verwiesen hatte, dass das Land den betroffenen Bürgern nicht helfen könne, sondern dass sie sich gegen Elementarschäden versichern müssten. „Es kann nicht sein, dass man die Leute, gerade die älteren, alleine lässt“, sagt Becker.

Der Konzer Bürgermeister Joachim Weber (CDU) sichert den Bürgern im Gespräch mit dem TV Rückendeckung zu. Er werde sich im Verbandsgemeinderat um eine entsprechende Petition an die Landesregierung bemühen, verspricht er. Die jüngste Sitzung des Gremiums, bei der die Petition behandelt werden sollte, war bei Redaktionsschluss am Donnerstag noch nicht beendet. Je detaillierter die Aufstellung der finanziellen Schäden durch das Hochwasser sei, desto konkreter könne die Konzer Verwaltung an die Landesregierung herantreten, sagt Weber. Die Verwaltung hat schon 2017 ein Büro mit einem Hochwasserschutzkonzept beauftragt, das bis Ende 2018 unter Beteiligung der Bürger erarbeitet werden soll. Seit dem 31. Januar laufen Workshops in allen Orten der Verbandsgemeinde. Weber sagt: „Die Starkregenereignisse haben uns während dieses Prozesses überrollt.“ Das Büro springe zurzeit von einem Brennpunkt zum nächsten und erfasse die Probleme.

Laut Verwaltungssprecher Michael Naunheim waren die bisherigen Veranstaltungen zur Bürgerbeteiligung zum Teil nicht gut besucht. Er betont: „Wer jetzt von Hochwasserschäden betroffen ist, kann jederzeit noch Anregungen machen (siehe Info).“