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Konzer Mammut-Baustelle ist eröffnet

Konzer Mammut-Baustelle ist eröffnet

Die Sanierung eines der größten Schulkomplexe in der Region hat begonnen. Die 16 Gebäude des Konzer Schulzentrums werden in den kommenden zehn Jahren nach und nach erneuert. Jährlich wird der Kreis Trier-Saarburg etwa zwei Millionen Euro investieren. Insgesamt kostet das Mammutprojekt bis zu 22 Millionen Euro.

Konz. Zunächst kümmern sich die Arbeiter um den Brandschutz im Konzer Schulzentrum. Mit dem Bau neuer Fluchttreppen und dem Einbau einer automatischen Brandmeldeanlage haben die größten Sanierungsarbeiten an Schulgebäuden begonnen, die der Kreis Trier-Saarburg je in Auftrag gegeben hat.
Ein Planungsbüro tüftelt bereits im Auftrag des Kreises an der Reihenfolge der Arbeiten. Angesetzt ist ein Zeitraum von zehn Jahren. Dieser Aufwand ist nötig, um den laufenden Unterricht für die 1700 Schüler an Gymnasium, Fachoberschule und Realschule plus möglichst nicht zu stören.
"Wir werden auch einzelne Gebäude auf den Prüfstand stellen und fragen, ob ein Bau nicht zu groß und zu alt ist", erklärt Landrat Günther Schartz vor Ort. Als Beispiel zeigt Projektleiter Ludwig Wagner auf das Gebäude F, ein Bau aus dem Jahr 1969, was man ihm auch ansieht. Die Fassadenplatten sind teilweise mutwillig zerstört worden, frühere Dämmmaßnahmen treten offen zutage. "Vielleicht reißen wir diesen Bau ab und ersetzen ihn durch einen kleineren", sagt Schartz.
Dennoch wird in dem Gebäude gerade eine sogenannte Rauchwärmeabzugsanlage eingebaut. "Wir wissen ja nicht, wie lange wir diesen Bau noch brauchen. Bis dahin müssen die Schüler optimal vor Bränden geschützt sein", begründet der Landrat die Investition.
Seit August 2010 ist der Kreis Träger des gesamten Schulkomplexes mit einer Fläche von 28 000 Quadratmetern. Dazu gehören auch zwei Hallen, darunter die Saar-Mosel-Halle, und eine Mensa. Ein Gutachter errechnete 2011 einen Sanierungsbedarf von rund 22 Millionen Euro, was vom Kreistag abgesegnet wurde.
"Sowohl technisch als auch baulich besteht ein Sanierungsbedarf", erklärt Projektleiter Wagner. Dazu gehören die moderne Dämmung von Fassaden ebenso wie neue Fenster und Türen oder der Rückbau von Glasbaustein-Elementen.Dämmung und Sonnenschutz


An Ost-, West- und Südfassaden soll der Einbau von Sonnenschutzelementen geprüft werden. Das Gleiche gilt für die Dämmung der obersten Geschossdecken und der Kellerdecken.
Instand gesetzt oder ausgetauscht werden Wand-, Decken- und Bodenbeläge. Ferner ist der Austausch von WC-Anlagen notwendig. Wichtig ist, dass Unfallgefahren, beispielsweise durch rutschsichere Bodenbeläge und höhere Treppengeländer, gemindert werden. Alles soll den heutigen Schulbaurichtlinien entsprechen.
"Wir erwarten vom Land aus der Schulbauförderung 40 Prozent der anerkannten Kosten", erklärt Kreischef Schartz. Die Maßnahme sei mit der Schulbehörde, der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier, abgestimmt.
"Die Sofortmaßnahmen sind ein großer Schritt", freut sich die Leiterin der Realschule plus und Fachoberschule (FOS), Gabriele Schmidt. Sie glaubt nicht, dass ihrer Schule eine permanente, zehnjährige Baustelle bevorsteht.
"Da immer nur punktuelle Baustellen eingerichtet werden können, haben wir bei den vielen Gebäuden doch immer Ausweichmöglichkeiten", findet auch der Leiter des Gymnasiums, Paul Weirich. Es müsse ja nicht unbedingt Gymnasium oder Realschule auf einem Bau draufstehen, damit Gymnasium oder Realschule drin sind.Extra

Rund 12 000 Schüler im Kreis Trier-Saarburg sollen im kommenden Winter nicht frieren. Wegen neuer Entwicklungen in der Energietechnik stellt der Kreis demnächst einen Fachingenieur ein, der alle Heizungen und Energiegewinnungsanlagen, zum Beispiel Fotovoltaikelemente, in den 18 kreiseigenen Schulen überwacht. So will die Verwaltung nicht nur gewährleisten, dass alle Anlagen reibungslos laufen, sondern auch Energie einsparen. doth