Konzer ringen um Anbindung an B 268

Konzer ringen um Anbindung an B 268

Eine direkte Anbindung von Konz-Roscheid an die Pellinger Straße bei Trier ist schon lange ein Thema. Dieses Jahr bringen die Konzer Kommunalpolitiker noch einmal Schwung in die Diskussion. Auch die Trierer Verwaltung will prüfen, ob eine neue Straße gebaut werden könnte.

Konz/Trier. Konz-Roscheid wächst jedes Jahr weiter. Fast 3500 Menschen leben inzwischen in dem Höhenstadtteil. Ohne dass die Stadt Konz aggressiv dafür wirbt, ist mehr als die Hälfte der etwa 100 Grundstücke des Baugebiets Roscheid V verkauft.
Außerdem soll das neue Seniorenhaus zur Buche im Mai eröffnet werden. Das bringt 115 neue Roscheider auf einen Schlag (der TV berichtete). Trotzdem ist der Stadtteil nur über die Roscheider Straße an die Außenwelt angebunden. Immer wieder fordern die Roscheider deshalb eine Anbindung an die Pellinger Straße, die B 268 bei Trier.

Politische Stimmung in Konz: Bürgermeister Karl-Heinz Frieden und die Konzer SPD haben sich das Thema für 2012 auf die Fahnen geschrieben (der TV berichtete). Auch der Vorstand der Konzer CDU ist für die Anbindung an die B 268. Allerdings will er noch die CDU-Basis an der Willensbildung beteiligen. Auf der Internetseite www.cdukonz.de läuft zurzeit eine Umfrage. FWG und FDP plädieren ebenfalls für die Straßenanbindung, die Grünen bevorzugen eine nur für Busse befahrbare Straße nach Trier.

Neues Seniorenheim Grund für die Anbindung: Einer der Befürworter der Anbindung ist Berthold Steffgen, Geschäftsführer des Seniorenhauses zur Buche in Konz. "So ein großer Stadtteil darf keine Sackgasse sein", sagt er. Gerade mit Blick auf das neue Seniorenzentrum in Roscheid hält er eine neue Straße für wichtig. Sollte es zu einem Notfall im Seniorenhaus kommen, müsste ein Rettungswagen einen Umweg über die Roscheider Straße nehmen. Die Alternativroute führte über einen Feldweg zwischen dem Roscheider und dem Estricher Hof an der B 51.

Kein Alleingang möglich: Die Verwaltung in Konz kann bei der Anbindung Roscheids keinen Alleingang machen. Sie ist auf die Unterstützung des Trierer Stadtvorstands und -rats angewiesen. Die Trierer befürchten jedoch, dass die Anbindung mehr Verkehr und damit mehr Lärm auf die Pellinger Straße bringt. Außerdem verweisen sie darauf, dass der Landesbetrieb Mobilität zuständig ist, weil der Bereich der Anbindung an die B 268 außerhalb der Stadtgrenzen Triers liegt.

Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs: Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen habe zugesagt, eine Untersuchung über die Einrichtung einer Busanbindung von der B 268 nach Roscheid einzuleiten, sagt Bürgermeister Frieden. Hintergrund sei nicht nur die Anbindung des Höhenstadtteils, sondern auch die mögliche Einrichtung eines Bus-Ringverkehrs zwischen Trier und Konz (der TV berichtete, siehe Extra).
Vor diesem Hintergrund geht Frieden davon aus, dass über den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zwischen den beiden Städten der Autoverkehr reduziert werden kann. "In allen Diskussionen im Städtenetz Konz-Trier-Schweich ist deutlich geworden, dass gerade auf dieser Linie das größte ÖPNV-Potenzial in der gesamten Region liegt", sagt Frieden.

Gemeinsames Baugebiet: Einig sind sich beide Städte darin, dass die Anbindung von Roscheid über die gemeinsame Flächenentwicklung ablaufen kann. Möglich ist ein interkommunales Baugebiet, das aus dem sechsten Abschnitt von Roscheid und der Trierer Fläche "Kobenbach", die zwischen Roscheid und der Pellinger liegt, entstehen könnte. Die Stadt Trier gibt zu bedenken, dass die Einrichtung von Baugrundstücken nach bisherigen Prüfungen in diesem Gebiet nicht mit "Belangen der Landwirtschaft und Zielen der Raumordnung" übereinstimmt, kündigt aber einer erneute Prüfung an.
Grundsätzlich sei eine Zusammenarbeit mit der Stadt Konz und eine gemeinsame Planung zur Anbindung beider Baugebiete an die Pellinger Straße denkbar, hieß es auf TV-Anfrage.
Meinung

An einem Strang ziehen
Eine kurzfristige Lösung, den Stadtteil Konz-Roscheid mit einer für alle Verkehrsteilnehmer befahrbaren Kreisstraße an die B 268 anzubinden, ist nicht in Sicht. Die Erschließung der Baugebiete auf den jeweiligen Gemarkungen scheint die Voraussetzung dafür zu sein. Weder die Trierer noch die Konzer sind mit ihren Planungen dazu weit genug für eine baldige Lösung. Beide Städte müssen am Ball bleiben. Vor allem die Stadtverwaltung in Trier muss bei ihren Planungen das Mittelzentrum vor ihrer Haustür berücksichtigen. Konz liegt schließlich näher an der Trierer Innenstadt als Stadtteile wie Irsch oder Tarforst. Etliche Roscheider arbeiten zum Beispiel in Trier und haben einen berechtigten Anspruch auf eine Anbindung. Ein Hoffnungsschimmer: Sowohl in der Konzer als auch in der Trierer Verwaltung besteht Interesse an besseren Verbindungen im öffentlichen Nahverkehr. Eine Straße, die für Busse und Einsatzfahrzeuge von Polizei und Rettungsdiensten freigegeben wird, kann wohl am ehesten gebaut werden - vorausgesetzt, dass die beiden Verwaltungen wirklich an einem Strang ziehen. c.kremer@volksfreund.deExtra

Die Konzer Verwaltung strebt einen Bus-Ringverkehr an, der über die B 268 ("Pellinger") und eine neue Straßenanbindung den Stadtteil Roscheid ansteuert. Von dort aus könnte es weiter zu den Tälchen-Gemeinden und den Konzer Bahnhöfen gehen. Dort gibt es Zugverbindungen nach Trier sowie an die Saar und die Obermosel. Laut Frieden könnte eine solche Busverbindung einen Einzugsbereich von mehr als 25 000 Einwohnern abdecken. cmk