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Konzert mit der Band We Rock Queen in der Stadthalle in Saarburg

Konzert : Queen-Tributeshow lässt aus Sascha auf der Bühne Freddie werden

Die Band We Rock Queen ließ bei ihrem Konzert in der Stadthalle Saarburg die Musik der britischen Legende lebendig werden.

Trotz 2Gplus-Regel und Planungs­unsicherheiten ließen sich etwa 100 Queen-Fans aus der ganzen Region am Samstagabend ein wahrscheinlich letztes Mal in diesem Jahr von einem Live-Konzertevent verzaubern. Und frei nach dem Motto „It’s a kind of Magic“ lag an diesem Abend in der Saarburger Stadthalle in der Tat eine besondere Magie in der Luft. Sie ließ alle Beteiligten die Strapazen und Enttäuschungen der vergangenen Wochen und Monate für fast drei Stunden vergessen.

Mit einer fulminanten Bühnenshow – bestehend aus einer erlesenen Auswahl der besten Hits von Queen – heizten die fünf Musiker und ihr Team der Menge die winterliche Kälte aus den Knochen. Es wurde geschunkelt, geklatscht, gestampft, mitgesungen und -geschnipst – ein klassisches Queen-Konzert eben.

Der vor Energie sprühende und charismatische Sänger Sascha Klein­ophorst schlüpfte sehr gekonnt in seine Rolle als Freddie Mercury. Lange dürfte er geprobt haben, damit die charakteristische Gestik und Mimik fast eins zu eins dem Original entspricht. In seiner Ansprache zu Beginn der Show ließ Klein­ophorst das Publikum wissen: „Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was es uns bedeutet, dass das hier heute Abend klappt. Für viele von uns ist es das letzte Live­konzert dieses Jahr, vielleicht für Monate. Daher versuchen wir heute gemeinsam, alle noch mal rauszuholen, was geht.“

Gesagt, getan: In einem stets abwechslungsreichen Mix aus gefühlvollen akustischen Balladen wie „Bohemian Rhapsody“ und „Someone to Love“ und Instrumentalsolo-lastigen Rocksongs wie „I want to break free“ oder „We will rock you“ trug die Coverband das begeisterte Publikum mitsingend und gefesselt durch den Abend.

Gitarrist und musikalischer Leiter der Formation ist Frank Rohles, ein langjähriger Freund von Queen-Gitarrist Brian May. Er beglückt die Zuschauer in den Pausen mit unterhaltsamen Anekdoten über Freddie Mercurys Leben, die Band und die Entstehung der Lieder im Kontext der Geschichte. Rohles zeigt damit eindrucksvoll, dass die Begeisterung für die Musik von Queen tiefer geht, als man bei einer Coverband vielleicht erwarten würde. Als ehemaliger Supervisor und Gitarrist des Musicals „We will rock you“ war er geradezu prädestiniert, die Musik der Briten mit allen Facetten in einer ausdrucksstarken Tribute­show auf die Bühne zu bringen.

Obwohl es fast nur Sitzplätze gab, ließen es sich vor allem die Zuschauer in den ersten Reihen irgendwann nicht mehr nehmen, aufzustehen und ihren Gefühlen immer wieder tanzend freien Lauf zu lassen. Das vorwiegend gereift-erwachsene Publikum mutierte in weiten Teilen plötzlich noch mal zu einem Haufen Jugendlicher, die in die Zeit der großen Rockkonzerte in den 1980ern und 1990ern zurückversetzt waren. Eben die Zeit, in der die meisten wahrscheinlich auch Queen kennen und lieben lernten.

All das zusammengefasst – die Frustration aus der Corona-Krise, die nostalgische Gefühls­renaissance, das letzte Konzert in diesem Jahr (und für eine vielleicht noch viel längere Zeit) – machte die Atmo­sphäre dieses Abends so außergewöhnlich. Warum die Zeit gerade für den Kunst- und Kulturbereich besonders düster ist, erklärte Frank Rohles noch einmal in einer Pause gegen Ende der Show: „Die Planungs­unsicherheiten machen uns allen momentan sehr zu schaffen. Ich aktualisiere kaum noch unsere Internetseite, weil ich die Konzerte sowieso meistens gleich wieder streichen muss“, berichtete er. „Viele kommen erst gar nicht mehr zu den Auftritten und verlangen ihr Geld zurück, auch wenn sie die Tickets schon länger gekauft haben. Was sich gerade überall oft nur im Hintergrund abspielt, sind gewaltige Dramen für die Künstler und Veranstalter.“ Um so dankbarer sei die Band an diesem Abend denjenigen, die herkamen. „Danke an Saarburg, ihr seid das beste Publikum dieses Jahr für uns“, sagte Rohles.