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Kräfte bündeln und nach vorne blicken

Kräfte bündeln und nach vorne blicken

HERMESKEIL. Otmar Reinhold, seit Oktober Kaufmännischer Direktor des St. Josef-Krankenhauses Hermeskeil, bringt Erfahrung und christliche Werte mit ein.

Was bewegt jemanden, der stets im Ballungsgebiet gelebt und gearbeitet hat, sich gen Hochwald zu orientieren? Die Sehnsucht nach Natur war für Otmar Reinhold, seit Oktober Kaufmännischer Direktor im St. Josef-Krankenhaus Hermeskeil, jedenfalls nicht ausschlaggebend, obwohl er sehr gern wandert und die "landschaftlich sehr reizvolle" Region daher zu schätzen weiß. Die Gegend sei für ihn ein bisschen "wie eine andere Welt - wesentlich weniger dicht besiedelt", was er als sehr angenehm empfinde. Zum Wechsel bewogen hat den 52-Jährigen etwas anderes. Nach zwölf Jahren in gleicher Funktion im St. Martinus-Krankenhaus Düsseldorf reizen ihn die in Hermeskeil anstehenden Aufgaben. Allen voran "die Bündelung von Kräften" innerhalb der "Marienhaus GmbH" Waldbreitbach. Der Träger des Krankenhauses unterhält verschiedene Häuser, auch Alten- und Pflegeheime. Außerdem strebt Reinhold Kooperationen mit anderen Trägern und Ärzten an. Die Frage laute: "Wie können wir den Herausforderungen des Gesundheitssystems begegnen?" Neuland betritt Reinhold damit nicht. So habe sich im Düsseldorfer Krankenhaus der Dernbacher Schwestern ein Netzwerk für das Krankheitsbild Diabetischer Fuß gebildet. Da dies auch Krankenkassen interessiert, stehen "Integrierte Versorgungsverträge" mit diesen in Aussicht.Im Hochwald vermisst er nichts

In erster Linie nimmt Reinhold jedoch die Funktion des kaufmännischen Leiters wahr. Mit einem Umsatz von 16 Millionen Euro und rund 300 Mitarbeitern sei das Krankenhaus ein "richtiges Unternehmen", das er erst kennen lernen müsse. Parallel dazu wird er mit Blick auf Kooperationen und Versorgungsstrukturen in den nächsten Wochen das Gespräch mit Krankenhausvertretern und niedergelassenen Ärzten suchen. "Der Vorteil für mich ist, dass ich unvorbelastet bin." Entscheidend sei der Blick nach vorne. Der Privatmann wird da vorerst zurückstecken müssen. Was "den Neuen" im Direktorium aber nicht schreckt. Wichtig für ihn ist, dass er sich im Gusenburger Zweitdomizil wohl fühlt. Am Wochenende fährt der Vater zweier erwachsener Kinder nach Essen. Ob er diesen Rhythmus auch im Winter beibehält, ist fraglich. Bis jetzt habe er die ihm zuvor unbekannte Region ja nur mit schönem Wetter kennen gelernt, äußert er Respekt vor dem "harten Winter" im Hunsrück. Doch selbst davor ist ihm nicht bange, wie seine Reaktion auf die Frage, was er im Hochwald vermisst, zeigt. Denn das "ehrlich gesagt: nichts" klingt mit Hinweis auf die in Anspruch nehmende Arbeit überzeugend. Aufs Wandern muss er ja nicht verzichten, und klassische Musik lässt sich auch auf dem Land genießen. Worauf er sich freut, sind die Stunden im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis. Zwei andere Weggefährten - aus der Werkstatt des Künstlers Bert Gerresheim - hat er kurzerhand mitgebracht. Den Heiligen Jakobus erhielt er als Abschiedsgeschenk in Düsseldorf. "Der Pilger als Symbol für den Menschen, der sich ständig auf dem Weg befindet, auf der Reise durch sein Leben" erinnert ihn an sein eigenes Ziel, nach Santiago de Compostela zu pilgern. Den Heiligen Martin hatte er sich vor Jahren selbst geschenkt, was ihn heute besonders freut. "Die Hermeskeiler Kirche hat denselben Schutzpatron wie mein früheres Krankenhaus."