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Kreis bietet zusätzliches Grundstück für neue Hermeskeiler Kita an

Kreis macht Angebot zu Großprojekt : Mehr Platz am Labachweg für die neue Hermeskeiler Kita?

Vieles spricht dafür, dass der neue Kindergarten in Hermeskeil am Standort der Tennisanlage entsteht. Der Kreis würde zusätzlich sein Nachbargrundstück anbieten. Denn dessen Zukunft ist ebenso unklar wie die des Sportplatzes nebenan.

Im Bauauschuss waren sich die Mitglieder Ende März schnell einig: Die Tennisanlage am Labachweg in Hermeskeil scheint als einzige der bislang vorgeschlagenen Flächen für den geplanten Neubau einer Kindertagesstätte infrage zu kommen. Deshalb sollen Stadtrat und Haupt- und Finanzausschuss diesen Standort nun bei ihren weiteren Überlegen favorisieren.

Im Bauausschuss tauchte allerdings auch sofort die Frage auf, ob denn neben den Tennisplätzen am Labach auch das direkt angrenzende Grundstück für das Großprojekt genutzt werden könnte (siehe kleines Bild). Dort befindet sich derzeit ein Umkleidegebäude für den Sportunterricht der Integrierten Gesamtschule (IGS), gleich nebendran liegt der sanierungsbedürftige Sportplatz.

Der TV hat beim Kreis, Schulträger der IGS, nachgefragt, wie die Verwaltung zu den Überlegungen im Hermeskeiler Bauausschuss steht. Kreis-Pressesprecherin Martina Bosch teilt dazu mit, dass die Kreisverwaltung den Standort für die neue Hermeskeiler Kita selbst vorgeschlagen habe. Denn das Umkleidegebäude werde „aufgrund des Zustands auf Dauer wegfallen“.

Der Kreis habe vor einigen Jahren, als die IGS aus der ehemaligen Realschule hervorging, die Schulträgerschaft und die Grundstücke am Labachweg von der Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil übernommen. Sollte die schulische Nutzung an der Stelle aufgegeben werden, könne die VG „die entschädigungslose Rückübertragung“ des Grundstücks verlangen. Und da die VG das Areal vermutlich vor vielen Jahren von der Stadt bekommen habe, sei ein weiterer Rückübertragungsanspruch an die Stadt wahrscheinlich. „Daher könnte wohl auch eine Übertragung vom Landkreis direkt an die Stadt erfolgen“, heißt es weiter. In diesem Rahmen sei dann auch abzuklären, wer die Abrisskosten für das marode Gebäude übernehme.  Bei einer Trennung zwischen Gebäude und Sportplatz könnte dieser laut Kreisverwaltung „zumindest übergangsweise“ noch weiter genutzt und der Kita-Neubau dennoch vorangetrieben werden.

Allerdings ist auch die Zukunft des Tennenplatzes nebenan derzeit unklar. Der Kreis hatte längere Zeit den Plan verfolgt, den sanierungsbedürftigen Ascheplatz in einen Kunstrasenplatz umzuwandeln, den auch Vereine mitbenutzten sollten. Aus lärmschutztechnischen Gründen und wegen juristischer Streitigkeiten mit einem Anwohner sind diese Pläne inzwischen abmoderiert (der TV berichtete). „Für eine rein schulische Nutzung sind die Größe der Anlage und die Sanierungskosten jedoch unverhältnismäßig hoch“, teilt die Kreisverwaltung mit. Daher sei eine Aufgabe des Platzes am Labachweg denkbar und stattdessen die Schaffung neuer schulischer Sportanlagen im näheren Umfeld der IGS. Für die Stadt würde dies bedeuten, dass sie den Bereich „städtebaulich neu entwickeln und aufwerten“ könnte. Dass es an dieser Stelle ein „enormes Entwicklungspotenzial“ geben, hatten Stadtbürgermeisterin Lena Weber und der erste Beigeordnete René Treitz schon in der Bauauschuss-Sitzung festgestellt.

 Wird das der Standort für die neue Kita in Hermeskeil? Nach Meinung des Bauausschusses ist das Gelände der Tennisanlage am ehesten geeignet. Diese Skizze zeigt die Grundstücke in Besitz der Stadt (rot umrandet) und des Landkreises Trier-Saarburg (blau umrandet).
Wird das der Standort für die neue Kita in Hermeskeil? Nach Meinung des Bauausschusses ist das Gelände der Tennisanlage am ehesten geeignet. Diese Skizze zeigt die Grundstücke in Besitz der Stadt (rot umrandet) und des Landkreises Trier-Saarburg (blau umrandet). Foto: Trierischer Volksfreund/Christa Weber

Allerdings: Auf dem IGS-Sportplatz besteht derzeit die einzige 400-Meter-Laufbahn für Leichtathleten in Hermeskeil. Und die VG hat als einzige im Kreis noch keinen Kunstrasenplatz. Der Bedarf für eine größere Sportanlage in der Hochwaldstadt wäre somit laut Kreisverwaltung mit dieser Lösung nicht gedeckt. Der Kreis könne sich aber durchaus eine finanzielle Beteiligung an so einer großen neuen Anlage vorstellen, sofern sie auch von Schülern genutzt werden könne.

 Hier kommen nun Pläne der Verbandsgemeinde Hermeskeil ins Spiel, die derzeit in einer Machbarkeitsstudie den Bau einer großen Sportstätte mit Kunstrasenplatz ud eventuell weiteren Anlagen am Waldstadion untersuchen lässt. Der Kreis hatte für dieses Projekt schon früher eine mögliche finanzielle Beteiligung angedeutet.

Parallel zu diesen Überlegungen treibt die Stadt Hermeskeil ihr Kita-Projekt weiter voran. Der Stadtrat beschloss in seiner jüngsten Sitzung, sich für rund 24 000 Euro von einem Büro aus Montabaur bei der Vergabe der Architekten- und Planungsleistungen für den Neubau beraten zu lassen. Denn überschreiten diese Planungsleistungen den aktuellen EU-Schwellenwert von 214 000 Euro, ist eine europaweite Ausschreibung notwendig. Durch die externe Beratung soll laut Verwaltung „schon zu diesem frühen Zeitpunkt“ eine „zielgerichtete Weichenstellung für dieses Großprojekt der Stadt Hermeskeil“ sichergestellt werden.