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Kreis setzt alten Brücken-Standort durch

Kreis setzt alten Brücken-Standort durch

Der Kreis sagt Nein zum Neubau der Wiltinger Saarbrücke am neuen Standort. Er verfolge jetzt nur noch die Variante mit dem Bau am gewohnten Platz. Das wurde im nicht-öffentlichen Teil der jüngsten Kreisausschuss-Sitzung bekannt.

Wiltingen/Trier. "Brücken verbinden" - normalerweise. Denn im Falle der Wiltinger Saarbrücke gibt es weiterhin zwei unterschiedliche Meinungen, wo ihr Neubau entstehen soll. Viele Wiltinger halten an dem Vorschlag fest, das neue Bauwerk solle etwa einen Kilometer weiter flussabwärts Richtung Kläranlage geplant werden (der TV berichtete). Die Kreisverwaltung hat zu diesem Vorschlag zwar auch Gutachten in Auftrag gegeben, doch hielt sie gleichzeitig an ihrem Favoriten des Neubaus am alten Standort fest.

Jetzt scheint sich der Kreis nur noch auf seine Lösung zu konzentrieren. Stellungnahmen und Gutachten hätten gezeigt, dass die Alternative zum jetzigen Brücken-Standort entweder aussichtslos oder mit gravierenden Bedenken - vor allem mit Blick auf den Naturschutz - verbunden sei. Dieses Ergebnis sei im nicht-öffentlichen Teil der jüngsten Kreisausschuss-Sitzung mitgeteilt worden, sagt Thomas Müller, Pressesprecher der Kreisverwaltung. Es habe zu diesem Punkt keine Fragen und keine Aussprache gegeben. "Wir harren auf das Ende des Planfeststellungsverfahrens zur Brücke am alten Standort."

Solange will Lothar Rommelfanger, Ortsbürgermeister von Wiltingen, die Zeit nicht tatenlos verstreichen lassen. Er will sich erkundigen, wie die Meinungen im Kreistag dazu aussehen. Dieses Gremium könne die Planung noch stoppen und ein neues Planfeststellungsverfahren einleiten, hofft er. Wenn es dort einen Beschluss gebe, werde sich der Gemeinderat zusammensetzen und über die Zukunft des Brückenbaus beraten. Ganz ad acta gelegt hat er die bereits lange Zeit währenden Bemühungen des Rats und der Bürger Wiltingens um einen neuen Brücken-Standort nicht.

Lutwin Ollinger, Wiltinger Ratsmitglied und aktiver Bürger für den neuen Brücken-Platz, kann die Argumentation des Kreises nicht verstehen. Mit dem Bau der neuen Brücke am alten Standort sei der aufwendige Ausbau der K 147 mit meterhohen Gabionenwänden verbunden, durch den die Natur auf einer Länge von 850 Metern zerstört werde. "Wir wollen uns das nicht gefallen lassen", sagt er. Sobald ihm die Entscheidung des Kreises offiziell vorlie ge, würden er und seine Mitstreiter noch eine Aktion starten.

Im Juni 2009 hatten sich einige Wiltinger zusammengefunden, um mit einem Protestmarsch gegen die Pläne des Kreises zu demonstrieren. Auch eine Liste mit 600 Unterschriften sowie Resolutionen gegen den Brücken-Neubau am alten Standort existieren.