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Kreis Trier-Saarburg verlängert Bürgschaft für MVZ in Konz

Gesundheitsversorgung : Kreis verlängert Bürgschaft für MVZ in Konz

Der Kreistag Trier-Saarburg hat in seiner Sitzung  beschlossen, die Bürgschaft des Kreises zur Sicherung des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) in Konz bis zur vollständigen Tilgung der Kredite zu verlängern.

Das MVZ in Konz  gehört zum Krankenhaus St. Franziskus in Saarburg, welches wiederum vom Landkreis getragen wird.

Das Kreiskrankenhaus Saarburg wäre ohne das MVZ in Konz laut Beschlussvorlage der Kreisverwaltung langfristig nicht überlebensfähig gewesen. Der Kreis Trier-Saarburg hatte deshalb 2014 beschlossen, zur Gründung des MVZ in Konz als Landkreis mit einer Sicherheit von 1,5 Millionen Euro dafür zu bürgen, dass das Krankenhaus die Investitionskredite in Höhe von zwei Millionen Euro irgendwann zurückzahlen wird. Die Bürgschaft war ursprünglich bis April 2019 genehmigt. Nun wurde sie mit dem neuen Beschluss bis zur vollständigen Tilgung der Kredite verlängert. Der Geschäftsführer des Krankenhauses Joachim Christmann schätzt, dass das voraussichtlich in 6,5 Jahren, also 2025, sein wird.

Dass es dieser Tage auf dem Land noch eine ausreichende medizinische Versorgung gibt, ist nicht selbstverständlich, weil kleine Krankenhäuser oft nicht eigenwirtschaftlich betrieben werden können, also Verluste machen.

Bisher trägt der Kreis Trier-Saarburg das komplette Defizit des Konzer Versorgungszentrums. 2014 war man von 110 000 Euro Verlust pro Jahr ausgegangen. Aufgrund diverser ungeplanter Veränderungen, wie höherer Miete und unberücksichtigter Kosten, sei nun mit einem Verlust von 170 000 Euro pro Jahr zu rechnen. In den Unterlagen der Kreisverwaltung zur Sitzung heißt es, dem Kreistag sei von Anfang an bewusst gewesen, dass das Kreiskrankenhaus auch mit dem neuen MVZ hohe Verluste machen würde. Man sei das Risiko aber bewusst eingegangen, weil man Angst gehabt hätte, dass sonst ein anderer Träger die Lücke füllen würde und die Patienten dann statt ins Kreiskrankenhaus zum Beispiel in Trierer Krankenhäuser überwiesen worden wären, so die Sachdarstellung der Kreisverwaltung.