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Kreisel vorm Rathaus ist wieder Thema

Kreisel vorm Rathaus ist wieder Thema

Sechs Jahre, nachdem ein Bürgerentscheid den geplanten Bau eines Kreisels im Kreuzungsbereich Rathaus/Fruchtmarkt gekippt hatte, greift die Stadt das Vorhaben wieder auf. In der Stadtrats-Sitzung am Donnerstagabend brachte das Gremium den - nicht vorgeschriebenen - Bebauungsplan auf den Weg.

Saarburg. Beim Stichwort Rathaus-Kreisel dürfte es so ziemlich jedem Saarburger in den Ohren klingeln. Kaum ein anderes Thema der zurückliegenden Jahre hat die Bürger derart beschäftigt und erregt. In zwei Lager spaltete sich die Stadt schließlich, als die Diskussion über das Pro und Contra in einem Bürgerbegehren mündete und sich rund 60 Prozent gegen den Bau eines Kreisels und den Ausbau des Fruchtmarktes entschieden (der TV berichtete mehrfach).

Sechs Jahre später greift der inzwischen völlig anders besetzte Stadtrat unter neuer Führung - damals war Franz-Josef Blatt Stadtbürgermeister - das Thema wieder auf. "Wir halten den Kreisel nach wie vor für sehr, sehr wichtig und für die Lösung, die Saarburg braucht", erklärte auch SPD-Fraktionsvorsitzende Edith van Eijck gestern auf TV-Anfrage.

Stadtbürgermeister Jürgen Dixius erläuterte in der Sitzung die Gründe, die nach Einschätzung der Stadt für dieses Konstrukt sprechen.

So sollen vor allem Busse und LKW, die derzeit zuhauf durch die Graf-Siegfried-Straße führen, durch die Wende-Möglichkeit aus der Innenstadt herausgehalten und die Verkehrsdichte insgesamt verringert werden.

Busse, die die Kinder zur Grundschule St. Laurentius an der Heckingstraße bringen, sollen die Schüler künftig durch die neue Wegführung direkt vor dem Gebäude - und nicht wie derzeit auf der gegenüberliegenden Straßenseite an der Stadthalle - absetzen können. "Damit würden wir erheblich zur Sicherheit der Kinder beitragen", so Dixius.

Bebauungsplan nicht notwendig



Auch die Ausfahrt-Situation aus dem "Kunoweiher" und dem "Graben" werde durch diese Regelung verbessert. Dixius: "Das Abbiegen aus diesen Straßen ist äußerst problematisch und sorgt häufig für Rückstaus."

Vor dem Gremium und zwei interessierten Zuhörern im Sitzungssaal der Verbandsgemeinde erläuterte der Stadtbürgermeister, dass nach geltendem Bau-Recht für dieses Vorhaben kein Bebauungsplanverfahren vorgeschrieben ist.

Dass sich die Stadt dennoch für diese Vorgehensweise entschieden habe, hänge mit den Erfahrungen von vor sechs Jahren zusammen. "Wir wollen Transparenz schaffen und über die Offenlegung der Pläne auch den Bürgern die Möglichkeit geben, ihre Einwände zu formulieren. Es werden sicherlich nicht alle mit dem Projekt einverstanden sein. Ich gehe aber davon aus, dass ein überwiegender Teil es befürwortet - auch nach den Erfahrungen mit dem Kreisel am Altstadt-Tunnel."

Wann der Plan Realität werden könnte, ist nach Auskunft Dixius' derzeit völlig unklar. Daran hänge die notwendige Sanierung eines in Höhe des "Saarburger Hofs" in der Straße eingebrachten Regenrückhaltebeckens. Zudem müsse die Zuschuss-Frage geklärt werden, da beim "Kunoweiher" das Land der Träger ist, beim "Graben" der Kreis und bei der Graf-Siegfried-Straße die Stadt. Der nicht vollzählige Rat - fünf Mitglieder fehlten - votierte einstimmig für den vom Trierer Büro BKS präsentierten Bebauungsplan.