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Kreisstraße ist nicht nur an der Kirche kaputt

Kreisstraße ist nicht nur an der Kirche kaputt

LAMPADEN. Fast 260 000 Euro steckt die Gemeinde Lampaden im Jahr 2005 in kommunale Projekte. Wichtigstes Vorhaben ist dabei der Kreisstraßen-Ausbau, an dem sich der Hochwaldort beim Bau der Gehwege und einer komplett neuen Straßenbeleuchtung finanziell beteiligt. Die beabsichtigte Dorfplatzgestaltung muss wegen der schlechten Kassenlage aber mindestens bis 2006 warten.

Seit 1998 gibt es bei den Etatberatungen in Lampaden nur wenig Erfreuliches zu hören. Das Defizit im Verwaltungshaushalt wächst und wächst und liegt im Jahr 2005 bei nunmehr 146 700 Euro. Die Folge: Lampaden zählt zu den Gemeinden, die am Tropf der Bedarfszuweisungen des Landes hängen. Künftig wird aber deutlich weniger Geld aus Mainz fließen. "Das Land gewährt jedem Dorf nur noch 22,9 Prozent des ursprünglich anerkannten Betrags", kündigte Kämmerer Raimund Kramp einschneidende Kürzungen an. Im verschuldeten Lampaden bedeutet das konkret, dass für die Abdeckung von alten Fehlbeträgen im Jahr 2005 nur noch 6742 Euro eingeplant werden können. In voller Höhe wären es 29 500 Euro gewesen. Sinkende Steuereinnahmen und im Vergleich zu 2004 Mehrausgaben von rund 12 000 Euro, die über die Umlage an Kreis und Verbandsgemeinde (VG) abgeführt werden müssen, verschärfen die Haushaltslage weiter. "Der Etat wurde sehr eng kalkuliert. 80 Prozent sind Pflichtausgaben, Einspar-Potenzial gibt es kaum noch", lautete Kramps wenig ermutigende Bilanz. Doch trotz der Finanznot: Im 570-Einwohner-Ort wird 2005 in zwei Projekte mit größeren Summen investiert. 40 000 Euro sind für die Außengebietsentwässerung und die Einrichtung eines Trennsystems oberhalb der Bergstraße vorgesehen. "Bei starkem Regen läuft das Wasser in Massen den Hang in Richtung Dorf runter", betont Ortsbürgermeister Ewald Hermesdorf die Notwendigkeit dieses Vorhabens. Der Bau eines seperaten Kanals, der dieses Oberflächenwasser abfängt und in einen Bach leitet, soll das Problem beheben. Unterstützung erhofft sich die Gemeinde dabei vom Land. Ein Antrag auf Zuschüsse aus dem Investitionsstock ist gestellt. "Weil es in der VG die einzige Maßnahme ist, für die eine Förderung aus diesem Topf vorgesehen ist, sind wir optimistisch, dass sich das Land mit 50 Prozent beteiligt", sagte Kramp. Was die Lampadener im neuen Jahr allerdings am meisten beschäftigen wird, ist der Ausbau der Ortsdurchfahrt, mit der im Frühjahr begonnen werden soll. Die Hauptlast der Kosten, die Herstellung der neuen Fahrbahn, trägt zwar der Kreis. Den Bau des Gehwegs und die Installation einer komplett neuen Straßenbeleuchtung muss jedoch die Gemeinde bezahlen. Im Etat 2005 vorgesehen sind für den Gehweg-Bau 155 000 Euro und im Vorgriff auf 2006 eine Verpflichtungsermächtigung in gleicher Höhe. Die Kosten für die Straßenbeleuchtung wurden mit 62 000 Euro veranschlagt. Ein anderes, wichtiges Vorhaben muss hingegen wegen der Kassenlage vorerst auf Eis gelegt werden. Die geplante Neugestaltung des Dorfmittelpunkts kann frühestens 2006 in Angriff genommen werden, informierte Hermesdorf. Allerdings werde die Gemeinde noch in diesem Jahr die Förderanträge für dieses Vorhaben stellen. Der Rat beschloss zwar einstimmig, im Sommer ein Dorffest auf die Beine zu stellen, um Geld für dieses Projekt locker zu machen. Eins machte Hermesdorf deutlich: Was die Gemeinde bei der Verschönerung des Ortskerns verwirklichen kann und was nicht, steht und fällt mit dem Verkauf von Grundstücken im Neubaugebiet. Denn, so Hermesdorf: "Ohne diese Einnahmen ist nichts los in Sachen Dorfplatzgestaltung."