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Kreistag macht ersten Schritt Richtung Nationalpark

Trier. Der Kreistag Trier-Saarburg hat am Montagabend für das Eckpunktepapier für den Nationalpark Hochwald-Idarwald gestimmt. Nur die FDP-Fraktion war gegen das Papier, das die regionalen Interessen bündelt.

Trier. Das in den Gemeinden heiß diskutierte Eckpunktepapier zum Nationalpark Hochwald-Idarwald fasst die Forderungen der betroffenen Kommunen zum geplanten Schutzgebiet zusammen. Es dient als Grundlage für die weiteren Schritte. Im Kreis Trier-Saarburg sind die Gemeinden Züsch, Neuhütten und Damflos (Verbandsgemeinde Hermeskeil) betroffen.
Der Kreistag hat mit einer breiten Mehrheit aus CDU, SPD, FWG und Die Grünen dafür gestimmt, das Papier an die Landesregierung weiterzuleiten, damit sie darauf aufbauend ein Konzept erarbeiten kann. "Der Nationalpark strahlt immer über die drei Gemeinden hinaus", betonte Landrat Günther Schartz die Bedeutung des Plans. Der Kreis wolle den Dialog eröffnen, aber vermeiden, über die Köpfe hinweg zu entscheiden, kommentierte er den Beschluss.
CDU-Fraktionssprecher Bernd Henter wies darauf hin, dass es sich nicht um einen endgültigen Beschluss für das Schutzgebiet handele. Das Land müsse zunächst ein Finanzierungskonzept vorlegen, außerdem werde die CDU keinen endgültigen Beschluss fällen, bevor nicht die Gemeinden und der Kreis Birkenfeld zugestimmt haben, in dem der größere Teil des Gebiets liegt. Während der Züscher Gemeinderat schon für das Papier gestimmt hat, steht der Beschluss in Neuhütten, Damflos und im Birkenfelder Kreistag noch aus.
Auch die SPD-Fraktion zeigte sich kritisch. Er erwarte, dass Bedenken der Bürger sehr ernst genommen würden, sagte SPD-Mitglied Walter Rausch aus Kell am See. Das sei als Signal nach Mainz zu verstehen. Die FWG mahnte mehr Bürgernähe an. Heide von Schütz (Die Grünen) hofft, dass das Projekt nicht an fehlendem politischen Willen im Hochwald scheitere. Die FDP-Fraktion lehnt das Schutzgebiet ab. Er rechne mit 165 Millionen Euro Schaden für die Holzindustrie im Hochwald, argumentierte Johannes Lehnert. Udo Moser (Bürger für Bürger), Stadtbürgermeister in Hermeskeil, zweifelt daran, dass das Projekt an dem Widerstand im Hochwald scheitert - auch nicht an Bürgerbewegungen.
Zuletzt wurde eine Anti-Nationalpark-Initiative in Thalfang gegründet. Moser hält dagegen: Das Schutzgebiet sei eine Chance für die Region, nachhaltigen Tourismus aufzubauen. cmk

Der neue Trier-Saarburger-Landrat wird definitiv am Sonntag, 22. September, parallel zur Bundestagswahl gewählt. Der Kreistag hat für den Wahltermin gestimmt.