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Kreiswaldbauverein Trier-Saarburg unterstützt biologischen Forstschutz

Umwelt : Gemeinsam gegen den Eichenprozessionsspinner

Kreiswaldbauverein Trier-Saarburg unterstützt biologischen Forstschutz durch das Aufhängen von 100 Nistkästen in betroffenen Waldgebieten.

Der stetige Temperaturanstieg und die vermehrt auftretenden trockenen und heißen Sommer der vergangenen Jahre haben zu einer massenhaften Vermehrung des Eichenprozessionsspinners geführt. Betroffen sind vor allem die wärmeliebenden Baumarten der Tal-Lagen, besonders die Eichenarten. Dabei ist der Schaden für die Forstwirtschaft relativ gering. Es sind die möglichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für Menschen und Tiere, die Grundstückseigentümer und Waldbesitzer zum Handeln zwingen.

Mit einer große Nistkastenaktion reagiert der Kreiswaldbauverein Trier-Saarburg auf das vermehrte Auftreten von Eichenprozessionsspinner in den wärmeliebenden Wäldern des Saartals. „Wir wollen an die Traditionen der biologischen Schädlingsbekämpfung der früheren Jahre anknüpfen und den Lebensraum für die natürlichen Feinde des Eichenprozessionsspinners verbessern. Denn raupenliebende Vögel fressen zumindest die ersten beiden Raupenstadien des Eichenprozessionsspinners und können somit den Befall minimieren“, erläutert der Geschäftsführer des Kreiswaldbauvereins Trier-Saarburg, Helmut Lieser. Er hatte in seiner Funktion als Leiter des Forstamtes Saarburg die Idee ins Leben gerufen.

Für den Bau der Nistkästen wurden die Kinder und Jugendlichen der Waldjugend Trassem gewonnen. Sie stellten sich der Herausforderung, ihrer „100-Nistkasten-Challenge“, und zimmerten in mehr als 300 Stunden die mit einer Schieferplatte wetterfest eingedeckten Nistkästen aus Douglasienbretter.

Das Forstamt Saarburg unterstützte die Aktion durch den Einsatz der Mitarbeiter im Freiwilligen Ökologischen Jahr beim Bau und beim Aufhängen der Nistkästen. „Es macht Spaß zu sehen, mit welcher Freude und Begeisterung die Kinder die Bauteile zu einem Nistkasten zusammenfügen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen! Und am Ende tun sie noch etwas Gutes für Mensch und die Natur“, freut sich Paula Komp (FÖJ’lerin).  Sie übernahm auch gemeinsam mit engagierten älteren Waldläufern das Aufhängen der Nistkästen. Dabei wurden jeweils die GPS-Daten der einzelnen Nistkästen erfasst, so dass eine dauerhafte Betreuung gewährleistet werden kann. „Es wird die Aufgabe unserer aktuellen und zukünftigen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Freiwilligen Ökologischen Jahr am Forstamt Saarburg sein, die Belegung der Nistkästen zu betreuen und auszuwerten. Da es noch keine Forschungsergebnisse zur Wirksamkeit von aufgehängten, meist von Meisenarten bewohnten Nistkästen und dem möglichen Rückgang des Eichenprozessionsspinners gibt, dürfen wir gespannt sein, welche Ergebnisse unsere Beobachtungen bringen“, sagt Dietmar Schwarz, der das Projekt in seiner Funktion als Produktleiter für Waldinformation, Umweltbildung und Walderleben am Forstamt Saarburg dauerhaft begleitet.