1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Krieg, Glaube und ein Wochenendhausgebiet

Krieg, Glaube und ein Wochenendhausgebiet

In der Verbandsgemeinde Kell am See gibt es 13 Kommunen. Davon haben sieben neben dem Hauptdorf noch kleinere Ortsteile. Der TV stellt diese der Reihe nach vor. Heute: die Lampadener Ortsteile Ober- und Niedersehr sowie Geisemerich.

Obersehr/Niedersehr/Geisemerich. Gleich drei Ortsteile hat die Gemeinde Lampaden, wobei jede ihre eigene Vergangenheit aufweiset.

Der geschichtsträchtige Hof von Niedersehr (das heutige Anwesen Franz Wollscheid) stand im späten Mittelalter alleine im heutigen Ortsteil und befand sich im Eigentum des Stiftes St. Simeon. Wie vorhandene Schriften eindeutig belegen, ist dieser Hof im 18. Jahrhundert und auch später mehrfach renoviert und teilweise auch neu aufgebaut worden, weil er baufällig oder des Öfteren zum Teil Opfer von Feuer geworden war. Heute leben in Niedersehr 15 Menschen, von denen einige noch der Landwirtschaft nachgehen.

Drei Einwohner und Kapelle



Geisemerich ist ein Wochenendhaus-Gebiet mit zahlreichen Massivbauten und ortsähnlichem Charakter. In diesem Ortsteil sind laut Aussagen der Meldebehörde drei Personen fest wohnhaft.

"Aus Dankbarkeit im Kriege und zum Andenken an meine hier verstorbene Frau" lautet eine Inschrift, die der Erbauer im Inneren der Marienkapelle in Geisemerich hat anbringen lassen. Seit dem Bau der Kapelle im Jahr 1955 ist sie ständiger Wallfahrtsort für die Lampadener Bürgerschaft, aber auch für Besucher und Seminarteilnehmer im benachbarten Haus Elisabeth, das sich heute in der Trägerschaft des Malteser Hilfsdienstes befindet.

Im Krieg umkäpft



Obersehr heute mit 80 Einwohnern, einer Gaststätte und mehreren Handwerksbetrieben war, wie auch der Hauptort Lampaden, Mittelpunkt von Kämpfen im 2. Weltkrieg.

"Gegen das 3. Bataillon des II. SS-Regimentes eröffneten die Amerikaner 1945 aus dem Ortsteil Obersehr das Feuer, was die Deutschen jedoch nicht daran hindern konnte, sich um Obersehr einzugraben. Gegen 4 Uhr rückte das 2. Bataillon des II. Regiments in Richtung Lampaden vor und überrannte vor der Ortschaft eine amerikanische Kompanie. Allein an der Nordseite von Obersehr zählte man 100 Tote. "Solche und weitere Aussagen finden sich in der Lampadener Ortschronik, aus der auch hervorgeht, dass bei intensiven Kriegshandlungen in der Ortschaft innerhalb kürzester Zeit über 800 deutsche Soldaten und doppelt so viele Amerikaner den Tod gefunden haben. Es vergeht kaum ein Jahr, dass nicht amerikanische oder deutsche Veteranen Kriegserinnerungen in Lampaden suchen. hm