Krise, Krise, ruft's aus dem Wald

Die weltweite Finanzkrise ist nun auch im Gemeindewald von Wincheringen angekommen. So soll im Jahr 2009 aufgrund der stark gesunkenen Nachfrage auf den Holzmärkten und der anhaltend niedrigen Preise insgesamt weniger Holz geerntet und verkauft werden. Die Folge: Die Gemeinde muss mit einem Gewinnverlust gegenüber 2008 von rund einem Fünftel leben.

Wincheringen. Längst hat die weltweite Finanzkrise auch die Wälder der Region erreicht. So verzeichnete das Forstamt Saarburg in den vergangenen Monaten einen Verkaufs-Rückgang bei Qualitätsholz um bis zu 15 Prozent. "Die Abnehmer sind sehr vorsichtig geworden", berichtete Förster Peter Strupp in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Wincheringen. Zudem sind schon seit Monaten die Holzpreise auf den nationalen und internationalen Märkten "im Keller".

Orkane ließen Bäume und Preise stürzen



Dabei hatten die Forstleute schon zu Jahresbeginn 2008 mehrere Rückschläge hinnehmen müssen. So waren die Orkane "Emma" und "Kyrill" über die Republik gezogen und hatten in den Wäldern ihre Spuren (Fachleute sprechen von Windwurf) hinterlassen. Vor allem Fichten waren betroffen. Die Preise für Nadelholz fielen rasant. Die Auswirkungen der Orkane und der Finanzkrise bekommt nun auch die Gemeinde Wincheringen zu spüren. So soll laut dem vom Forstamt aufgestellten Forstwirtschaftsplan auch im Wincheringer Gemeindewald im Jahr 2009 weniger Holz geerntet und verkauft werden. Vor allem Nadelbäume - ausgenommen solche mit Käfer-Befall und Windwurfschäden - sollen stehen bleiben. Die Einschlag-Quote soll "deutlich unter dem Zuwachs" liegen. Dennoch kann die Gemeinde nach Abzug der Ausgaben für die Bewirtschaftung des Waldes (44 129 Euro) von den Einnahmen aus dem Holzverkauf (46 224 Euro) am Jahresende immer noch ein Plus von 2095 Euro verbuchen, das allerdings nach Auskunft von Förster Strupp um rund 500 Euro und damit um ein Fünftel unter dem Reingewinn von 2008 liegt. Mit verantwortlich für die trotz Finanzkrise positive Jahresbilanz 2009 ist die nach wie vor große Brennholz-Nachfrage in Wincheringen, die sogar noch größer ist als 2008. Erfreulich: Die Preise für den beliebten Brennstoff aus dem Wald bleiben stabil. So müssen für den Raummeter Brennholz (geschnitten, lang) 31,50 Euro bezahlt werden.Wer in Wincheringen wohnt und als "Selbstwerber" die Holzernte beziehungsweise den Holz-Transport aus dem Wald übernehmen will, darf das auch künftig tun. Laut Beschluss des Gemeinderats dürfen (fachlich geschulte) Privatpersonen Fällarbeiten aber nur bei solchen Bäumen durchführen, deren Stämme nicht dicker sind als 20 Zentimeter. Hintergrund der Regelung ist, dass dem Forstamt Saarburg laut Peter Strupp vor allem in den Monaten Februar und März nicht genügend Personal für Fällarbeiten zur Verfügung steht.