Kuh Silke aus der Eifel ist die neue Königin

Kuh Silke aus der Eifel ist die neue Königin

Großes Treiben beim 54. Keller Viehmarkt: Kühe, Pferde, Kaninchen, Esel und Geflügel. Etliche Besucher haben das Spektakel beobachtet. Zum Schluss ist Miss Hochwald, die schönste Kuh, auserkoren worden.

Kell am See. Morgens neun Uhr: Der Himmel ist finster, und der Viehmarkt liegt komplett im Schatten. Es sieht nicht gut aus für die engagierten Bauern der Keller Tierschau. Doch noch hat die Präsentation nicht angefangen, und es kann gehofft werden. Trotz trüben Wetters füllt sich der Platz langsam mit Leben.
Schon in aller Frühe richten die Bauern ihre Tiere für den Wettbewerb her: Es wird gekämmt, gesäubert und frisiert. Schließlich soll die schönste Kuh als Miss Hochwald ausgezeichnet werden. Zwölf Betriebe haben sich dieses Jahr für die Tierschau angemeldet. 46 Kühe aus zwölf Betrieben der Kreise Bernkastel-Wittlich, Trier-Saarburg und aus dem Saarland sind auf dem Platz versammelt.
Hinzu kommen 35 Pferde, die ebenfalls begutachtet und bewertet werden. Zu beobachten gibt es noch Rassegeflügel, Esel und Kaninchen. Die Geräuschkulisse ist enorm. Muhen, wiehern und krähen. Aus allen Ecken schallt es. Dazwischen tummeln sich etliche Besucher aus allen Generationen. "Ich interessiere mich besonders für die Pferde. Ich liebe die Tiere und ihren eleganten Gang", sagt Luisa Theis aus Schillingen. Gritty Duhr ist aus Luxemburg angereist: "Ich bin bestimmt schon das fünfte Mal hier, und mir gefällt die Tierschau sehr. Ich bin selbst Bäuerin und habe Kühe." Ihre Freundin Monique Meysenburg aus Paschel hat gar keine Ahnung von Kühen und ist das erste Mal dabei: "Ich hätte niemals gedacht, dass so viele Menschen hier sind. Obwohl ich mich nicht auskenne, gefällt es mir hier."
So langsam reihen sich die Besucher um die große Wiese herum, und ein paar Kühe laufen ein. Wie gerufen, erscheinen die ersten Sonnenstrahlen am Himmel.
Die Bauern laufen ein paar Runden mit ihren Prachtexemplaren im Kreis, um sie dem Publikum zu präsentieren. Nicht immer machen die Tiere, was ihre Besitzer möchten. Es wird gezogen, getätschelt, geschoben und zugeflüstert. "Hier haben wir zwei absolute Augenweiden", sagt der Jury-Sprecher. Die Fachleute der Landwirtschaftskammer bewerten unter anderem nach dem Körperbau, Euterqualität und der Art der Bewegung. Ein ideal gelagertes Becken, gleichmäßige, feste, beaderte Euter, schöne Länge des Körpers, trockene Gelenke sind nur einige der vielen Kriterien. Mittlerweile strahlen die Kühe in der Sonne, und Kell am See liegt unter blauem Himmel. "Der Ort scheint ein gutes Verhältnis zu Petrus zu haben, schauen Sie sich das Wetter an", meint Regina Backes aus Mandern. Sie ist zum 44. Mal bei der Keller Tierschau dabei. Während rechts die Kühe kreisen und links die Pferde galoppieren, spaziert Vera Schückler über die Wiese. Sie ist rheinland-pfälzische Milchkönigin und wartet gespannt auf die Auszeichnung der Miss Hochwald. "Ich komme immer wieder gerne hier her, und ich finde die Keller Tierschau in der Region einmalig", sagt Schückler. Besonders außergewöhnlich sei, dass neben dem Fachpublikum so viele Familien kommen.
Auch Werner Angsten, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Kell am See, ist stolz auf die 54. Tierschau: "Wir als VG sind Anwalt der Landwirte, Tierzüchter und Verbraucher." Seit Jahren setzt sich Angsten, dessen Amtszeit Ende August endet, für die Tierschau ein. Die Landwirtschaftskammer übergibt ihm für die besonderen Dienste zum Wohl der Landwirtschaft den rheinland-pfälzischen Ehrenteller.
Doch noch einmal darf Angsten einer Miss Hochwald gratulieren. Kuh Silke, fünf Jahre alt, dreifache Mutter aus Manderscheid, hat den Titel erhalten. Sie ist eine rot-bunte Holsteinkuh und stammt vom Kapellenhof. Der Besitzer Jürgen Krämer freut sich: "Letztes Jahr ist sie schon als Kuh mit dem besten Euter ausgezeichnet worden, dieses Jahr hat sie es geschafft."
Unter den Pferden ist die Stute Firina Siegerin geworden. Eine Warmblütlerin aus Osburg (Besitzer: Andreas Lahr).
Nach der Siegerehrung wird so langsam abgebaut, und die ersten Wolken ziehen wieder auf. Kurz darauf fängt es an zu regnen.

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