Kultur zwischen Bier und Whisky

Mannebach · In einem Brauhaus werden Bier und deftige Kost serviert. So weit, so selbstverständlich! Aber in Zeiten, in denen die Gasthäuser auf dem Land oft schließen, müssen sich Gastronomen etwas einfallen lassen, um zu überleben. So wie Hans-Günter Felten in Mannebach.

Mannebach. Das erste, was Gäste sehen, die ins Mannebacher Brauhaus kommen, sind die Sudkessel, in denen Hans-Günter Felten das hauseigene Bier braut. Der 57-Jährige ist vor 20 Jahren aus Berlin zurück nach Mannebach gekommen, um die Gastwirtschaft seiner Mutter zu übernehmen.
Schon damals deutete sich für ihn an, dass ein Landgasthaus in einem kleinen Dorf nur überleben kann, wenn es dem Wirt gelingt, die Gäste ins Haus zu locken. "Nach der Arbeit, im Blaumann, hat sich schon damals kein Mensch mehr an den Tresen gestellt, um zwei Bier zu trinken", sagt Felten. Da war es für den gelernten Braumeister naheliegend, sein eigenes Bier zu machen, und es in der eigenen "Kneipe" zu servieren.

"Vor 20 Jahren gab es bundesweit etwa 100 Hausbrauereien - vor allem in Großstädten. Inzwischen sind es 400. Einige gibt es auch in der Region", sagt Felten. Um sich weiter abzugrenzen, hat der Gastronom vor einigen Jahren angefangenen seinen eigenen Whiskey zu produzieren. "Die Rohstoffe, die ich für den Whisky brauche, sind die gleichen, wie ich sie zum Bier brauen brauche."
Platz für 200 Besucher



Vor acht Jahren hat Felten einen großen Saal fertiggestellt, der die zwölf Gästezimmer seines Landhotels mit der Braustube verbindet. Bestuhlt ist dort Platz für 200 Besucher. Und da der Saal auch sinnvoll genutzt werden sollte, wenn er nicht gerade von einer Hochzeitsgesellschaft gebucht war, fing Felten damals an, ein Kulturprogramm auszuarbeiten. Seither setzt er auf eine Mischung aus Musik und Kabarett, so auch heute und in den kommenden Wochen.
Zwei weitere Soloauftritte


Heute Abend, 20 Uhr, gastiert Thomas C. Breuer im Mannebacher Brauhaus. Der Kabarettist präsentiert sein neues Programm "Kabarett Sauvignon", in dem es auch um "www - Weinherrlichkeit, Weinehrlichkeit und Weinerlichkeit" geht. Breuer ist einer von drei Gewinnern des Salzburger Stiers (Extra).
Michael Ophelders gastiert morgen, Samstag, 20 Uhr, mit dem Solostück "Der Kontrabass" von Patrick Süskind. Im April ist der Schauspieler des Trierer Theaters noch zwei Mal in Mannebach zu Gast - am Samstag, 5. April, 20 Uhr mit dem Programm "Wo ein Wilhelm ist, ist auch ein Busch" sowie am Freitag, 25. April, 20 Uhr, mit seinem Programm "Wenn der Heinz mit dem Erhardt lacht".
Extra

Der Salzburger Stier ist ein internationaler Kabarettpreis, der von den öffentlich-rechtlichen Radiostation aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol verliehen wird. Der Kleinkunstpreis wird seit 1982 vergeben und ist mit 6000 Euro dotiert. Er gilt als renommiertester deutschsprachiger Kabarettpreis. Die Gala findet am 23. und und 24. Mai in Baden-Baden statt. itz

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