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Kulturgießerei: Programm Anette Barth

Kulturgießerei Saarburg : Das Programmheft, das zur Unzeit kam

Die Veranstaltungen in der Saarburger Kulturgießerei wären ohne Corona am Samstag losgegangen. Das Motto des Programms passt trotzdem.

Mehr als ein Jahr hat Anette Barth das Programm der Saarburger Kulturgießerei samt Programmheft vorbereitet. Die Geschäftsführerin hat Gruppen engagiert, Texte verfasst und das Layout entworfen.

Ein Jahr Arbeit in Frage gestellt Als das Heft mit 32 Seiten kürzlich fertig war, war das Geplante zum Teil schon wieder Geschichte. Das Coronavirus hatte die Veranstaltungen bis 19. April unmöglich gemacht. Das Konzert mit italienischer Tanzmusik, am Samstag fällt sicher aus ebenso wie das große Picknick im Staden am Sonntag und das beliebte Repair-Café im April. Anette Barth fragte sich: „Wieso geben wir das Programmheft überhaupt noch raus?“ Die Arbeit eines Jahres war in Frage gestellt. Ein herber Schlag.

Anette Barth (links), Geschäftsführerin der Kulturgießerei, hat ein Jahr lang das Kulturprogramm der Saarburger Einrichtung vorbereitet. Als es gedruckt war, war es wegen des Coronavirus in großen Teilen hinfällig. Die Folkband Fairytale (rechts) soll Ende Juni in der Kulturgießerei auftreten. Foto: Dirk Tenbrock

Doch umsonst war die Arbeit nicht. Denn das Motto, das über dem Programm steht, passt in Barths Augen um so besser. Es heißt: „Miteinander gut leben.“ und lehnt sich an die Initiative der Landesregierung „Miteinander gut leben – Rheinland-Pfalz gegen Hass und Hetze“ an. Anette Barth: „Die Botschaft, dass es nur miteinander gut geht, ist gerade jetzt präsenter als je zuvor.“ So bräuchten diejenigen, die zur Risikogruppe gehörten, gerade jetzt besondere Unterstützung. Barth: „Aus einem sozialen Miteinander wird jetzt ein noch viel stärkeres Füreinander. Der Grundgedanke hat eine andere Bedeutung bekommen.“ Das Miteinander ist im Leitbild der Kulturgießerei verankert und wird in den vielen Sparten des Hauses gelebt, ob im Mehrgenerationenhaus, in dem sich Jung und Alt begegnen, in der Ehrenamtsbörse oder im Projekt Fit für Integration, in dem beispielsweise Lernpaten Kinder eingewanderter Familien bei den Hausaufgaben unterstützen. Einige dieser Sparten werden im Programmheft auf eigenen Seiten vorgestellt.

Die Arbeit zur Zeit  Die Kulturgießerei ist zwar derzeit geschlossen, doch telefonisch ist zu den Öffnungszeiten immer jemand zu erreichen. Barth sagt: „Ein paar Leute des Teams arbeiten vor Ort, aber zu versetzten Zeiten. Andere sind im Homeoffice.“ Mehr als 40 Mitarbeiter hat der in der Kulturgießerei zentrale Verein Lokales Bündnis für Familie. Mehr als 20 von ihnen sind in der Nachmittagsbetreuung der Grundschüler aktiv, in der normalerweise 300 Kinder betreut werden. Derzeit befindet sich nur ein Kind in der Notfallbetreuung. Die nicht benötigten Betreuungskräfte halten sich laut Barth bereit, da es unklar sei, wie es weitergehe.

Die Band Fairytale Foto: TV/MARTIN HUCH

Ansonsten koordiniert die Kulturgießerei, in der auch viele Ehrenamtliche mitwirken, derzeit Hilfsangebote. Sie bietet selbst Unterstützung an wie Gesprächsmöglichkeiten per Telefon oder Skype für alleinstehende Menschen oder Hilfe bei digitalen Problemen und der Einrichtung von Video-Telefonaten über Whatsapp oder Skype. Barth: „Bis auf die Betreuungskräfte haben wir alle noch gut Arbeit bis nach Ostern. Es wird aufgearbeitet, vorgearbeitet, und das Museum wird aufgeräumt. Sorgen um die Existenz müssen aber auch wir uns machen. Wir haben keine Einnahmen, aber die Mitarbeiter müssen bezahlt werden.“ Zuschüsse von öffentlicher Seite seien deshalb auch für die Kulturgießerei enorm wichtig.

Was noch kommt Was vom Kulturprogramm der Kulturgießerei letztlich übrig bleibt, ist derzeit noch unklar. Vorbereitet sind Veranstaltungen unter dem Motto „Kompass Europa: Tor zum Norden“ wie ein klassisches Konzert für Geige und Klavier mit nordischen Komponisten (24. Mai), Folkmusik mit Fairytale, eine Reise durch das Feenland mit Jonglier- und Stelzentheater (Juni) sowie Konzerte mit der Trierer Sängerin Sina Philipps Juni), der A-capella-Gruppe Aora aus Schweden und Boogielicious mit Verstärkung.

Kulturgießerei: Telefon 06581/2336,
www.kulturgiesserei-saarburg.de