1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Kulturgießerei Saarburg bietet Konzerte im Internet an: gespielt in Gießhalle, professionell aufgezeichnet

Aufgezeichnet : Konzerte trotz Corona - Präsentiert in der Kulturgießerei Saarburg - Zu sehen im Internet

Auch die Kulturgießerei Saarburg bietet Konzerte im Internet an. Das Besondere: Sie werden tatsächlich in der Gießhalle gespielt und professionell aufgezeichnet.

Ende März hätte das Kulturprogramm der Saarburger Kulturgießerei beginnen sollen. Doch zwei Wochen vorher übernahm die Corona-Pandemie die Regie und strich die ersten Termine wie „Staden Picknick“ und das Konzert „Klezmers Techter“ gnadenlos weg.

So wollten Anette Barth und ihr Team nicht weitermachen. Die Geschäftsführerin der Kulturgießerei sagt: „Wir wollten bewusst ein Zeichen gegen Corona setzen und nicht ein Jahr Arbeit in die Tonne klopfen.“ Das Team suchte nach einer sicheren und professionellen Lösung und fand sie. Der Name: „Kultur Versus Corona“. Premiere ist am Sonntag, 24. Mai, um 11 Uhr. Dann werden wie geplant Mario di Nonno und Shinnosuke Inugai eine musikalische Reise durch Nordeuropa zwischen Tänzen und Meditation in der Gießhalle präsentieren (siehe Extra).

Premiere der Reihe Kultur versus Corona ist am Sonntag, 24. Mai. Pianist Shinnosuke Inugai und Violonist Mario di Nonno laden dann in ihrem Internet-Konzert zu einer musikalischen Reise durch Nordeuropa ein. Foto: TV/Privat

Doch anders als geplant sind die Zuhörer nicht in die Gießhalle eingeladen, sondern sollten sich vor einem Bildschirm mit Internetanschluss positionieren. Das Konzert wird per Streamingkanal auf der Seite www.kulturversuscorona.de übertragen. Wie beim echten Konzert wird eine Art Eintritt verlangt: ein Kulturförder-Beitrag von 16,99 Euro für das Video, zusammen mit Autogramm der Künstler macht es 28 Euro. Dafür kann das Konzert innerhalb eines Monats dreimal angeschaut werden.

Barth verspricht, dass das Konzert am Freitag professionell aufgezeichnet wird – von ehrenamtlichen Helfern. Vorab zum Konzert-Video gibt es ein Interview mit den Künstlern. Die Internetseite, über die gestreamt wird, ist laut Barth mit Grafikern aufwendig erstellt und komfortabel gestaltet worden. Die Sache soll Bestand haben. Die Seite bietet auch einen Appetithappen für Neugierige: Im Mini-Player können sie einen Aufnahmeschnipsel der Musiker anhören. Mit Hilfe dieser Streamingkonzerte erhalten die Musiker die Möglichkeit, wieder aufzutreten und Geld zu verdienen. Barth: „Die Künstler bekommen eine feste Gage, etwas geringer als ursprünglich geplant. Das Projekt wird vom Kultursommer gefördert. Die Musiker werden zudem an den Spenden beteiligt.“ Auch die Kulturgießerei, die maßgeblich von ehrenamtlicher Arbeit getragen wird, kann so wieder Einnahmen generieren.

Eine weitere Möglichkeit, die Einrichtung zu unterstützen, findet sich am unteren Ende der Internetseite, wenn man einen Programmpunkt angeklickt hat: Dort ist ein sogenannter Refferal-Link zu Amazon eingebaut. Über diesen Link können Nutzer wie sonst auch bei Amazon bestellen. Das Produkt wird nicht teurer, es gibt auch sonst keine Nachteile. Doch die Kulturgießerei erhält eine kleine Provision. Klar ist, dass die Kulturgießerei die nächsten beiden Konzerte (siehe Extra) streamt. Wann Besucher dort Veranstaltungen wieder live erleben können, ist noch offen. Barth erklärt: „Wir sind im Gespräch mit dem Ordnungsamt. Auflagen wie einen Einbahnstraßenverkehr bekommen wir in der Gießhalle nicht hin. Und dann müssen wir sehen, ob bei den geforderten Abständen die Veranstaltungen noch wirtschaftlich sind. Mit 25 statt 150 Leuten funktioniert das nicht.“