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Kunst kommt eben doch von Können

Kunst kommt eben doch von Können

Kolumbianisches Duo Tonada spielt sich im Kloster Karthaus mit lateinamerikanischen Klängen in die Herzen der Zuhörer.

Konz-Karthaus Fast schüchtern betreten Flötistin Carolina Hernández und Gitarrist Carlos Vivas als Duo Tonada den schönen Konzertsaal im Konzer Kloster Karthaus. Die Kronleuchter, die Stuckdecke - das beeindruckt die aus Kolumbien stammenden jungen Musiker anscheinend doch ein wenig. Auch der Umstand, dass im Kloster selten von der Bühne herunter musiziert wird, sondern die Akteure in direkter Tuchfühlung zum Publikum auf der gleichen Ebene im Raum stehen, ist möglicherweise ungewohnt. Jedenfalls dauert es nach der herzlichen Begrüßung durch die rund 50 Zuhörer ein paar Minuten, bis sich bei den Instrumentalisten die Nervosität löst und man freudig strahlend musiziert.
Und das Publikum hört andächtig zu, wenn Carolina Hernández einen weichen Klang auf ihrer Querflöte hervorzaubert und mit ihrer ganzen Erscheinung die Musik förmlich lebt.
Gitarrist Carlos Vivas strahlt im Vergleich zum Temperamentbündel Hernández eine unglaubliche Ruhe aus. Begleitet er seine Partnerin, darf die sicher sein, dass er jedes notwendige Luftholen elegant aufnimmt. Übernimmt Vivas die Führung, spielt er mit großartiger Technik seine spanische Gitarre. Egal, ob rhythmisch, melodiös, gezupft oder geschlagen - Vivas beherrscht alles meisterlich.
Beide studieren im Masterstudiengang an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main, beide sind Stipendiaten der Stiftung Live Music Now. Zusammen musizieren sie seit einigen Jahren als Duo sowie mit verschiedenen Kammermusikpartnern auch als Trio und Quartett
Das Duo-Repertoire ist breit gefächert. Zum größten Teil Kompositionen aus dem 20. Jahrhundert aus dem lateinamerikanischen und hispanischen Kulturkreis, aber auch ein Arrangement für einige Arien aus Figaros Hochzeit von W. A. Mozart. Letzteres ist zwar sauber durchgespielt, versprüht aber nicht die Leichtigkeit und Eleganz der anderen Stücke.
Marita Souville, Leiterin des Konzer Kulturbüros, zeigt sich sehr zufrieden mit dem Zuspruch. Das Publikum ist sehr gemischt: junge und ältere Musikfreunde, Konzer Stammgäste, aber auch Besucher, die aus Trier gekommen sind. Sie erleben knapp zwei Stunden handwerklich sehr gut gemachte, leichte und emotional ansprechende Musik. Der Lohn für die Musiker: lang anhaltender Beifall mit Bravo-Rufen. Für Marita Souville bleibt die Erkenntnis, dass sie mit neuen Ideen neues Publikum für das Konzer Kulturleben gewinnen kann. Vorausgesetzt, die Qualität stimmt - so wie in diesem Fall. Kunst kommt eben doch von Können.