Kunstgenuss für die Villa Kunterbunt

Kunstgenuss für die Villa Kunterbunt

Höhepunkt einer Benefiz-Kampagne von Polizisten war das gemeinsame Gastspiel des Bundespolizeiorchesters Hannover und des Polizeichores Hamaland aus Ahaus in der Saarburger Stadthalle. Die Radtour endet heute.

Saarburg In ihren gelb-grünen T-Shirts sind sie gut zu erkennen, die 25 Teilnehmer an der Benefizradtour der Berufsvereinigung von Polizisten, kurz IPA (der TV berichtete). Zum Abschluss steht große Musik vom Bundespolizeiorchester aus Hannover und dem Polizeichor Hamaland aus Ahaus in der Saarburger Stadthalle auf dem Programm. Musik, Gesang und Radtour dienen einzig dem Zweck, der Villa Kunterbunt des Mutterhauses Trier und damit schwerstkranken Kindern und Jugendlichen sowie deren Eltern und Angehörigen zu helfen.
Günther Wollscheid von der IPA-Verwaltungsstelle (siehe Info) in Oppenheim am Rhein begrüßt die rund 500 Zuhörer, die zu Spenden aufgerufen sind. Der Erlös aus beiden Veranstaltungen wird direkt in der Villa Kunterbunt übergeben werden.
Wollscheid freut sich schließlich über 3300 Euro, die aktuell in Saarburg zusammengekommen sind. "Wir wollen Augen und Ohren für soziale und kulturelle Probleme offen halten", sagt Polizeipräsident Rudolf Berg. Die Polizei diene immer als Freund und Helfer.
Der Leiter der Villa Kunterbunt, Dr. Christoph Block, macht deutlich: "Betroffen sind ja nicht nur die Patienten selbst, sondern auch die Eltern, Geschwister und weiteren Angehörigen." Für sie gebe es diese Einrichtung, die sich zu 90 Prozent aus Spenden finanzieren müsse. Eine ganzheitliche Versorgung werde angestrebt, mit Nachsorge, Therapien, Selbsthilfegruppen, einer Elternwohnung und umfassender Betreuung. Derzeit würden 570 Kinder und Jugendliche aus Trier und der Region behandelt.
Für Bürgermeister Jürgen Dixius reiht sich die Aktion in eine Vielzahl von vorbildlichen Initiativen ein: "Das zeigt das hohe soziale Engagement Saarburgs."
Mit Herz und Stimme lautet das Motto der Sänger des Polizeichores Hamaland aus Ahaus unter der Leitung von Jürgen Etzrodt. Die 19 pensionierten Ordnungshüter lassen den Konzertabend locker und fröhlich angehen. Im zweiten Teil kommen sie gar in historischen Uniformen und mit Pickelhauben auf die Bühne und bereiten dem Publikum viel Freude. Es wird mitgesungen und mitgeklatscht. Dazu singen sie ein Lied: "Wir sind vom k.u.k. Infantrieregiment."
Gelernte Polizisten gibt es im Bundespolizeiorchester immer weniger. "Seit 2000 werden nur noch Hochschulabsolventen genommen. Sie sind keine Beamten, sondern Angestellte in Uniform", erklärt Moderator Dirk Hillebrand. Er selbst habe aber noch Polizist gelernt.
Nach einem klassischen ersten Teil zeigt Dirigent Matthias Höfert, was auch an Modernem in seinen 45 Musikern steckt. Abba- und Riverdance-Medleys sind die Höhepunkte des Abends.
"Das ist fantastisch, mit welcher Begeisterung die spielen", freute sich Rosemarie Müller aus Saarburg. Auch der Chor sei super. "Dass die alle Musik studiert haben, das hört man", urteilt Klaus Maximini vom Musikverein Saarburg.
Die IPA-Radtour geht bis heute, Dienstag, weiter, damit ein möglichst hoher Betrag zusammenkommt, um die Arbeit der Villa Kunterbunt zu unterstützen.
Extra: ORGANISATION VON POLIZISTEN


Die International Police Association, kurz IPA, ist eine Berufsvereinigung von Polizisten, die seit mehr als 60 Jahren besteht. Hier werden keine Verbrechen verfolgt, sondern Ideale wie Freundschaft, Toleranz und Frieden gepflegt. 67 Länder sind Mitglied in dieser Organisation. Rund 43 000 Polizeibeamte gehören derzeit der IPA an, ohne Unterschied von Rang, Geschlecht, Hautfarbe, Sprache und Religion. Die IPA hat seit 1977 beim Europarat und seit 1995 bei den Vereinten Nationen einen beratenden Status. Die deutsche Sektion hat ihren Sitz im saarländischen Bexbach. Quelle: <%LINK auto="true" href="http://www.ipa-deutschland.de" text="www.ipa-deutschland.de" class="more"%>