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Kunstprojekt bringt Farbe auf den Bahnsteig

Kunstprojekt bringt Farbe auf den Bahnsteig

13 Siebtklässler der Hauptschule Propstey St. Josef Taben-Rodt haben einen Schandfleck in ein Schmuckstück verwandelt. 22 Kunsttafeln geben auf dem Bahnhof Taben Zeugnis von aktuellem Zeitgeschehen. Die Saarburger Künstlerin Cordue führte die Schüler in ihrem Projekt an neue Ausdrucksweisen heran.

Der Bahnhof Taben war bislang nicht gerade der schönste. Schmierereien und Vandalismus verunstalteten die Anlage. Das haben jetzt 13 Hauptschüler der Propstey Taben-Rodt geändert. Unter der Anleitung der Saarburger Künstlerin Cordue wurde auf 22 Tafeln in Linol schnitttechnik Zeitgeschichte festgehalten.

Die rund zwei Meter hohen und 30 Zentimeter breiten Tafeln stellen Armbanduhren dar, auf deren Zifferblättern Uhrzeiten zu sehen sind, die eine wichtige Bedeutung haben. "Da ist die Uhrzeit der Explosion des Atomkraftwerkes in Fukushima, 14.46 Uhr, festgehalten oder 8.50 Uhr, als der Tsunami kam", erklärt Cordue.

Kunstlehrerin Ulrike Schwartz freut sich über das gewonnene Selbstbewusstsein ihrer 13 Jungs: "Das ist jetzt ihr Bahnhof." Linolschnitt sei eine Herausforderung, denn alle Motive müssen spiegelverkehrt aufs Material gebracht werden. Deshalb standen die jungen Künstler bei ihrer Arbeit oft vor Spiegeln.
Auf Aluminiumplatten wetterfest gedruckt und mit Plexiglas versiegelt kann die Kunst von allen Fahrgästen der Bahn bestaunt werden. Das Wartehäuschen wurde zusätzlich neu gestrichen, was die alten Schmierereien und Vandalismus abdeckte.
Die Bahnpolizei und die Gewaltpräventionsstelle der Polizei begleitete das Projekt und machte auf den Straftatbestand der Sachbeschädigung aufmerksam, wenn öffentliche Anlagen beschädigt oder beschmiert werden.

Das Kunstprojekt ist jedoch eine echte Zierde für den Bahnsteig. Einer der Teilnehmer, Sascha Krein, freut sich: "Es ist schön, dass die Sachen hier auf dem Bahnsteig von so vielen Leuten gesehen werden." Kai Ritter ist verblüfft: "Ich wusste gar nicht, dass ich Kunst kann. Darauf bin ich stolz." Nils Schneider fügt hinzu: "Um die Graffiti mit den dummen Sprüchen ist es nicht schade." Hoffentlich halte die Kunst des Projekts lange.
"Rund 2000 Euro hat die Aktion gekostet", verrät die ehemalige Leiterin der Schule, Schwester Antonia. Alles sei von Spendern und Sponsoren finanziert worden. Die heutige Schulleiterin, Hildegunde Hort, ist stolz, dass es das Projekt beim bundesweiten Wettbewerb "Kinder zum Olymp" der Bildungsinitiative der Kulturstiftung der Länder unter rund 100 Teilnehmern immerhin in die zweite Runde geschafft hat. Doth

Extra

Die Leiterin der Kinder- und Jugendkunstschule, Cordue, veranstaltet vom 2. bis 6. Juli, gemeinsam mit der Jugendsozialarbeit Saarburg, das Projekt "Graffiti- Comic an die Wand" auf Flächen im Skaterpark und in der Stadt. Anmeldungen nimmt die Kulturgießerei unter Tel. (06581) 2336 entgegen. doth